Mehrere aktuelle Medienbeiträge heben ein weitgehend übersehenes Werk in Madrid hervor: Im Panteón de Hombres Ilustres steht eine Allegorie der Freiheit von Ponciano Ponzano, die Mitte der 1850er Jahre entstand und damit lange vor der Einweihung der Freiheitsstatue in New York am 28. Oktober 1886. Der Hinweis dient nicht der Konkurrenz zweier Denkmäler, sondern der Einordnung einer spanischen Bildhauerarbeit in die europäische Ikonografie des 19. Jahrhunderts.
Die Marmorfigur, in Dokumenten als „Libertad“ bezeichnet, ist Teil des Ensembles am Rand von Atocha, nahe der Basílica de Atocha, im Madrider Bezirk Retiro. Das Gebäude wird von Patrimonio Nacional verwaltet. Nach archivalischen Nachweisen datiert der Auftrag auf 1853; die Ausführung fällt in die Jahre 1855 bis 1857. Die Skulptur gehörte ursprünglich zu einem größeren Grab- und Denkmalkontext und befindet sich seit dem frühen 20. Jahrhundert im heutigen Panteón de Hombres Ilustres.
Ponzanos Figur zeigt die geläufige Allegorie: eine stehende weibliche Gestalt mit Attributen der Freiheitsikonografie. Anders als die kolossale Freiheitsstatue von Frédéric Auguste Bartholdi ist das Madrider Werk als Teil eines funerären Ensembles konzipiert. In lokalgeschichtlichen Beiträgen wird wiederholt auf ein kleines Katzenmotiv am Sockel hingewiesen. Dieses Detail ist in wissenschaftlichen Bestandskatalogen nicht einheitlich dokumentiert und bleibt daher eine Beobachtung aus der Anschauung, nicht gesicherter Werkbefund.
Die kunsthistorische Bedeutung liegt in der frühen, in Spanien entstandenen Formulierung des Freiheitsmotivs. Die Parallelen zur späteren amerikanischen Monumentalskulptur verweisen weniger auf direkte Vorbilder als auf weit verbreitete Bildformeln der Epoche. In dieser Perspektive markiert Ponzanos Arbeit einen spanischen Beitrag zur europäischen Allegorietradition, der die politischen und kulturellen Spannungen der Mitte des 19. Jahrhunderts spiegelt.
Der jüngste Nachrichtenanlass besteht in der gebündelten Aufmerksamkeit lokaler und nationaler Medien für diese Madrider „Libertad“. Sie erinnert daran, dass Symbole von Freiheit im 19. Jahrhundert an mehreren Orten Europas künstlerisch geprägt wurden, bevor sie in New York zur weltweiten Ikone wurden. Für Besucherinnen und Besucher unterstreicht die Skulptur den Rang des Panteón de Hombres Ilustres als kulturhistorischen Ort in Madrid, in unmittelbarer Nachbarschaft zu Atocha und zur Basílica de Atocha.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).