Rodalies kann am Morgen des 7. Oktober den Zugverkehr in Katalonien nicht verlässlich anbieten. Òscar Playà, Direktor von Rodalies, erklärte, auf der Linie R1 verkehrten derzeit keine Züge und die Kapazitäten von Ersatzangeboten reichten nicht aus. Hintergrund sind Sturmschäden und ein Zwischenfall vom 6. Oktober bei Vilanova i la Geltrú, wo ein Baum und ein Teil eines Hangs auf einen Zug mit rund 100 Fahrgästen stürzten. Verletzt wurde nach offiziellen Angaben niemand; der Einsatz vor Ort wurde abgeschlossen.
Der Infrastrukturbetreiber Adif teilt mit, dass nach Inspektionen erste Abschnitte wieder geöffnet werden können, teils mit vorübergehenden Geschwindigkeitsbeschränkungen. Dazu setzt Adif auf „marxes exploratòries“, Probefahrten mit leeren Zügen, um die Befahrbarkeit zu prüfen. Renfe versucht, das Angebot schrittweise zu stabilisieren; die tatsächliche Zahl der Züge bleibt jedoch unter Plan.
Die Gewerkschaft SEMAF hält dem entgegen, die bisherigen Kontrollen reichten nach den starken Regenfällen nicht aus. Sie fordert formale, schriftliche Sicherheitsgarantien, bevor Lokführerinnen und Lokführer wieder planmäßig ausrücken. Bis dahin rät die Belegschaft von Fahrten auf besonders betroffenen Abschnitten ab. Rodalies bestätigt, dass ohne diese Zusagen mit kurzfristigen Ausfällen und stark reduzierten Takten gerechnet werden muss.
Die jüngste Unwetterlage hat mehrere Streckenabschnitte der Metropolregion Barcelona in Mitleidenschaft gezogen. Neben blockierten Gleisen und aufgeweichten Böschungen kommt es zu temporären Sperrungen und Busersatzverkehren, die den morgendlichen Pendelverkehr nur begrenzt auffangen. Der Konflikt über den Umgang mit Risiken verweist auf ein Vertrauensdefizit zwischen Infrastrukturbetreiber, Verkehrsunternehmen und Fahrpersonal. Während Adif und Renfe auf etablierte Protokolle verweisen, bestehen die Beschäftigten auf zusätzlichen Garantien angesichts der Witterungsfolgen.
Wie schnell der reguläre Betrieb wieder erreicht wird, hängt von den laufenden technischen Prüfungen und möglichen Vereinbarungen zwischen den Beteiligten ab. Rodalies kündigt fortlaufende Lageupdates an und empfiehlt, vor Fahrtantritt die aktuellen Hinweise zu prüfen und mehr Reisezeit einzuplanen. Klar ist: Solange keine Einigung über Sicherheitsstandards erzielt ist, bleiben Angebot und Takt in Katalonien deutlich eingeschränkt.
Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).