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Kongress lehnt Regierungserlass zu Wohnungsfragen ab nach umstrittenem Zwangsräumungsfall

Der Kongress hat am 2. Oktober 2026 zwei dringliche Regierungserlasse zur Wohnungspolitik abgelehnt. Anlass für die Debatten waren Proteste nach der Zwangsräumung einer 87-jährigen Mieterin in Madrid Ende September.

Kurzmeldung

Der spanische Congreso de los Diputados hat am 2. Oktober 2026 die von der Regierung eingebrachten dringlichen Erlasse zur Wohnungs- und Mietrechtsregelung abgelehnt. Der erste der Erlasse war als Real Decreto-ley 26/2026 datiert und am 29. September 2026 vom Ministerrat gebilligt worden; sein Text wurde im Boletín Oficial del Estado veröffentlicht. Laut Parlamentsberichten votierten PP, Vox, Junts und UPN gegen die Maßnahmen, während PSOE, Sumar und mehrere kleinere Parteien dafür stimmten. Durch die Ablehnung verlor der Erlass nach kurzer Geltungsdauer seine Rechtswirkung.

Auslöser der politischen Zuspitzung war die mediale und gesellschaftliche Resonanz auf die Zwangsräumung einer 87-jährigen Frau aus dem Madrider Stadtteil Retiro. María del Carmen Abascal (in Medienberichten meist „Maricarmen“ genannt) wurde nach mehreren Vollstreckungsversuchen am 23. September 2026 aus ihrer Wohnung umgesetzt; ihr Fall löste landesweite Proteste und Diskussionen über den Umgang mit besonders schutzbedürftigen Mietern aus. Menschenrechtsorganisationen, Mieterverbände und lokale Politiker forderten daraufhin kurzfristige gesetzgeberische Maßnahmen zum Schutz vulnerabler Haushalte.

Die Regierung argumentierte, die Erlasse seien dringend nötig, um Zwangsräumungen zu verhindern, befristete Verlängerungen von Mietverträgen in angespannten Gebieten anzuordnen und das Angebot an bezahlbarem Wohnraum zu erweitern. Kritiker warnten vor Eilgesetzen ohne breiten Konsens und bemängelten, dass strukturelle Probleme der Wohnungsversorgung nicht allein per Dekret zu lösen seien.

Mit der Parlamentsentscheidung steht die Regierung nun vor der Aufgabe, das weitere Vorgehen zu klären: Optionen reichen von der erneuten Einbringung geänderter Erlasse über Gesetzesinitiativen im regulären parlamentarischen Verfahren bis hin zu politischen Zugeständnissen an Regionen und Oppositionsparteien. Unabhängig davon hat der Fall María del Carmen Abascal die Debatte über sozialen Schutz, staatliche Wohnrauminterventionen und die Verantwortung öffentlicher Stellen für besonders verletzliche Mieter in Spanien deutlich verschärft.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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