Katalonien

Katalonien überwacht 265 Personen wegen dschihadistischer Radikalisierung

Die Mossos d’Esquadra führen 265 Menschen als Risiko für gewaltsam-dschihadistische Radikalisierung; in fünf Jahren gab es 30 Einsätze. Das geht aus einer aktuellen Antwort der Generalitat an das Parlament hervor.

Die Comissaria General d’Informació der Mossos d’Esquadra beobachtet in Katalonien derzeit 265 Personen wegen des Risikos einer gewaltsamen, dschihadistisch inspirierten Radikalisierung. Das geht aus einer schriftlichen Antwort der Generalitat an das Parlament hervor, über die am Mittwoch El Periódico vorab berichtete. Im selben Dokument beziffert die katalanische Polizei die Zahl der Einsätze gegen dschihadistischen Terrorismus in den vergangenen fünf Jahren auf 30.

Die zuständige Innenministerin Núria Parlon zeichnet die Antwort. Darin heißt es, Ziel der Beobachtung sei die frühzeitige Erkennung von Radikalisierungsprozessen. Maßgeblich seien konkrete Verhaltensindikatoren und die Übernahme gewaltsamer, extremistischer Haltungen – nicht die religiöse Zugehörigkeit der Betroffenen. Zugleich verweist die Comissaria General d’Informació auf seit mehr als einem Jahrzehnt bestehende Präventionsprogramme gegen gewaltsamen Extremismus. Diese binden auch andere Bereiche der Verwaltung ein, darunter Bildung und Gesundheit.

Die aktuelle Auskunft steht im Zusammenhang mit einer parlamentarischen Anfrage der Partei VOX nach einem Messerangriff am 2. Mai in Esplugues de Llobregat (Provinz Barcelona). In ihrer Antwort beschreibt die Innenverwaltung den Ansatz der Mossos d’Esquadra als mehrstufig: Neben der Beobachtung potenzieller Gefährderinnen und Gefährder gehören dazu Hinweise und Meldungen aus dem Umfeld, die Prüfung durch spezialisierte Einheiten sowie bei Bedarf die Weitergabe an die Justiz. Der Ansatz ziele laut Darstellung ausdrücklich auf die Unterbindung von Gewalttaten ab und respektiere den verfassungsrechtlichen Rahmen.

Die Polizei betont, dass Faktoren wie digitale Propaganda und soziale Online-Umfelder bei der Entstehung und Beschleunigung von Radikalisierung eine wachsende Rolle spielen. In der Praxis kooperieren die Mossos d’Esquadra mit Kommunen, Schulen, Sozialdiensten und dem Gesundheitswesen, um Warnsignale früh zu erkennen und, wo möglich, deeskalierend einzugreifen. Die Innenverwaltung verweist darauf, dass Prävention und Strafverfolgung getrennt organisiert sind und unterschiedliche rechtliche Schwellen gelten.

Weitere landesweite Zuständigkeiten werden durch die Angaben aus Katalonien nicht berührt. Die nun veröffentlichten Zahlen und Einordnungen stammen aus dem offiziellen Schriftverkehr der Generalitat mit dem Parlament in Barcelona. Konkrete Inhalte laufender Ermittlungen oder personenbezogene Details nennt das Dokument nicht.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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