Katalonien

Katalonien: Prollema qualifiziert junge Migranten als Sprachlehrkräfte

Das von La Muga getragene Projekt bildet in Barcelona und im Raum Girona junge Zugewanderte zu bezahlten Lehrenden ihrer Muttersprachen aus und organisiert Einsätze etwa in der Nau Bostik.

Nachrichtenkern: In Katalonien qualifiziert das Projekt Prollema der Associació La Muga junge Migrantinnen und Migranten, die teils als Minderjährige allein eingereist sind, zu bezahlten Lehrkräften ihrer Muttersprachen. Unterricht findet an Schulen und in Gemeindezentren statt; in Barcelona nutzt das Programm Räume der Nau Bostik. Einsätze werden vor allem in Barcelona und im Raum Girona, unter anderem in Salt, organisiert. Die Teilnehmenden erhalten Honorare und Fahrtkostenzuschüsse. Stand: 11. August 2026.

Hintergrund und belegte Fakten: Prollema – abgekürzt für pro-llengua materna – läuft seit mehreren Jahren. Das Curriculum kombiniert Sprach- und Didaktikmodule, Hospitationen und angeleitete Unterrichtspraxis. Nach bestandenen Modulen führen die Teilnehmenden eigenständig Kurse durch, die von kommunalen Einrichtungen beauftragt oder in Kulturzentren angeboten werden. Dokumentierte Schwerpunkte sind darija und klassisches Arabisch; die Auswahl richtet sich nach der Nachfrage in der Umgebung. Der Träger La Muga kooperiert mit lokalen Bildungsstellen, wiederkehrende Auflagen und städtische Förderentscheidungen sind in öffentlichen Registern und Haushaltsbeschlüssen nachweisbar.

Zugeschriebene Aussagen: Teilnehmende und Koordinatorinnen berichten übereinstimmend, das Modell stärke Selbstwirksamkeit und Sichtbarkeit. Talal El Khalloufy, der in der Nau Bostik darija unterrichtet, schildert, er habe zunächst nicht erwartet, dass sich Einheimische für seine Sprache interessierten. Hadjer Rahou verweist auf ihre Kurse in Girona und darauf, dass gemeinsame Sprachpraxis Vorurteile abbauen könne. Diese Einschätzungen finden sich in Projektberichten und lokalen Medien.

Einordnung und Folgen: Prollema versteht Mehrsprachigkeit als Ressource. Das unterscheidet die Initiative von Ansätzen, die vor allem Sprachdefizite ausgleichen wollen. Für Kommunen entsteht eine ergänzende, niedrigschwellige Bildungsleistung und kulturelle Vermittlung. Für junge Migranten können erste Honorare, qualifizierte Unterrichtserfahrung und Kontakte Übergänge in Ausbildung und Beschäftigung erleichtern; zugleich lernen ortsansässige Schülerinnen und Bürgerinnen Sprachen, die in ihrem Umfeld präsent sind.

Offene Punkte: Zur Reichweite, zur Qualitätssicherung im Wachstum und zur Verstetigung der Finanzierung fehlen umfassende Evaluationsdaten. Nachweise belegen jedoch wiederholte Editionen in Barcelona sowie kontinuierliche Aktivitäten im Raum Girona, unter anderem in Salt. Externe Bewertungen und Langzeitdaten wären nötig, um Wirkungen über einzelne Jahrgänge hinaus belastbar zu beurteilen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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