Die Umweltabteilung der Mossos d'Esquadra hat am Donnerstag eine Baufirma und den Eigentümer einer Masia in Bescanó (Provinz Girona) angezeigt. Nach Polizeiangaben wurden in einem ehemaligen Bewässerungsbecken (lokal: Bassa) ohne Genehmigung rund 64 Tonnen unbehandelter Bau- und Abbruchabfälle abgeladen und mit Erde überdeckt. Die Ermittlungen stützen sich auf Beobachtungen der Beamten und eine vor Ort gesicherte Dokumentation.
Ausgelöst wurden die Maßnahmen durch eine Kontrolle am 31. Juli: In der etwa 415 Quadratmeter großen Anlage stellten die Einsatzkräfte eine Baggermaschine und ein Transportfahrzeug fest, die mit dem Einbringen und Verteilen von Materialien beschäftigt waren. Den Angaben zufolge identifizierten die Beamten drei Arbeiter mit klar zugewiesenen Aufgaben – Anlieferung, Verteilung innerhalb des Beckens und Abdeckung der Schichten mit Erde. Die Abfälle stammten aus Bau und Abriss und umfassten unter anderem Kunststoffe und Eisen.
Im Zuge der Überwachung verfolgten die Mossos einen Lastwagen, der die Masia verließ, in ein Grundstück im benachbarten Sant Gregori fuhr, weitere Reststoffe aufnahm und diese anschließend wieder in Bescanó entlud. Beanstandet wurde, dass die Transporte keine vorgeschriebenen Begleitpapiere zur Herkunft und zum Ziel der Abfälle mitführten. Zudem lag für das Auffüllen der Anlage nach Darstellung der Polizei weder eine kommunale Genehmigung noch ein technisches Projekt vor.
Die Mossos leiteten Verfahren wegen möglicher Verwaltungs- und Umweltverstöße ein. Eine Nachkontrolle am 11. August diente der Prüfung, ob Ablagerungen zwischenzeitlich entfernt wurden. Angaben zu potenziellen Bußgeldern, strafrechtlichen Vorwürfen gegen namentlich genannte Personen oder zum weiteren Verfahrensstand liegen bislang nicht vor. Die Polizei verwies darauf, dass die Liegenschaft früher bereits wegen umweltrechtlicher Beanstandungen kontrolliert worden sei.
Die Umweltabteilung der Mossos d'Esquadra ist in Katalonien für die Kontrolle umweltrelevanter Sachverhalte wie illegale Entsorgung oder unsachgemäße Abfallbewirtschaftung zuständig. Für Bau- und Abbruchabfälle gilt grundsätzlich, dass sie an zugelassene Entsorgungsstellen zu übergeben und Transporte mit Nachweisen zu dokumentieren sind. Der nun angezeigte Fall betrifft nach jetzigem Stand ausschließlich die fragliche Masia und deren Umfeld in Bescanó; eine Einschätzung zu möglichen Umweltschäden gaben die Behörden bislang nicht ab.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).