Das Parlament von Kantabrien hat am 13. Oktober 2026 eine Initiative angenommen, die die Regionalregierung verpflichtet, innerhalb eines Monats einen Plan für Park-and-ride-Parkplätze in Santander vorzulegen. Zugleich fordert das Plenum, die derzeit dem Land gehörende Parkfläche am Palacio de Festivales bis zum Jahresende an das Ayuntamiento de Santander zu übertragen, damit dort ein mehrstöckiges Parkhaus entstehen kann. Die Initiative richtet sich an den von der Partido Popular geführten Regierungsapparat.
Der Vorstoß geht auf den Partido Regionalista de Cantabria zurück und wurde als nicht bindende Parlamentsentschließung verabschiedet. Inhaltlich zielt der Plan auf sogenannte „aparcamientos disuasorios“, also Stellplätze an peripheren oder verkehrlich günstig gelegenen Standorten, von denen Autofahrende auf den öffentlichen Verkehr umsteigen sollen. Das Konzept soll nach dem Parlamentsbeschluss konkretisiert und mit einem Zeitplan hinterlegt werden.
Die Flächenübergabe am Palacio de Festivales ist als Voraussetzung dafür gedacht, ein mehrgeschossiges Parkhaus in unmittelbarer Nähe des Kulturkomplexes zu ermöglichen. Der Beschluss nennt hierfür den Stichtag 31. Dezember 2026 für die Übereignung der Parkfläche, nicht jedoch für die Fertigstellung eines Neubaus. Über die spätere Ausgestaltung und Finanzierung des Projekts müsste die Stadt Santander entscheiden.
Bereits am 24. Juni 2024 hatte das Parlament die Regionalregierung aufgefordert, den Bau von Park-and-ride-Parkplätzen in urbanen Zentren zu begünstigen. Der nun gefasste Beschluss knüpft an diese Linie an, präzisiert aber Fristen für die Vorlage eines vollständigen Plans und die Übergabe der betroffenen Fläche.
Befürworter verweisen auf den Parkplatzdruck in Santander und erwarten eine Entlastung der Innenstadt, wenn das Umsteigen auf Bahn und Bus attraktiver wird. Kritiker halten dem entgegen, zusätzliche Stellplätze könnten mehr Verkehr anziehen und sollten deshalb nur mit einem Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, einer verbesserten Fahrradinfrastruktur und verkehrsberuhigenden Maßnahmen in der Innenstadt kombiniert werden. Der Beschluss selbst trifft hierzu keine Vorgaben, sondern beschränkt sich auf den Planauftrag und die Flächenfrage.
Formell handelt es sich um eine politische Willensbekundung des Plenums; die Umsetzung liegt bei der Regionalregierung und, für den Standort Palacio de Festivales, bei der Stadtverwaltung von Santander. Ob die Monatsfrist für den Plan und die Frist zum Jahresende für die Flächenübergabe eingehalten werden, bleibt offen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).