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Kanarisches Meer erreicht 2026 fast Rekordwerte – Forscher warnen vor Folgen

Rund um die Kanarischen Inseln lagen die Meerestemperaturen 2026 über weite Strecken deutlich über dem Mittel. Am 29. September wurden 25,54 °C gemessen – nur 2023 war höher.

Der Ozeanraum um die Kanarischen Inseln weist 2026 außergewöhnlich hohe Wassertemperaturen auf. Daten des Beobachtungssystems IEOOS des Instituto Español de Oceanografía zeigen, dass die Demarcación Marina Canaria seit Mitte Juni überwiegend Werte oberhalb der historischen Mittel verzeichnet. Am 29. September 2026 lag die mittlere Tageswassertemperatur bei 25,54 °C; nur der Höchstwert von 25,76 °C aus dem Jahr 2023 war in der Reihe höher. Der jährliche Höhepunkt tritt in der Regel zwischen August und Oktober ein.

Fachleute führen die aktuellen Ausschläge auf zwei zusammenwirkende Faktoren zurück: das derzeitige El Niño, das die Meeresoberflächen großräumig aufheizt, und den fortgesetzten globalen Erwärmungstrend. Zeitreihen des IEOOS belegen, dass die Mittelwerte der 2020er-Jahre deutlich über früheren Dekaden liegen. Der europäische Klimadienst Copernicus meldete für den September 2026 zugleich außergewöhnlich hohe globale Meeresoberflächentemperaturen, was die großräumige Ausprägung des Wärmeüberschusses stützt.

Die ökologischen Risiken werden von Forschungsgruppen auf den Inseln klar benannt. Höhere Oberflächentemperaturen verändern Schichtung und Durchmischung, was Sauerstoffverhältnisse und Nährstoffverfügbarkeit beeinflussen kann. Beobachtet werden Verlagerungen von Fischbeständen, ein verstärktes Auftreten wärmeliebender invasiver Arten sowie Stresssignale bei Larvenstadien und benthischen Gemeinschaften. In Laborstudien zur Seesternart Coscinasterias tenuispina wird berichtet, dass anhaltend sehr hohe Temperaturen zu physiologischem Zusammenbruch führen können. Küstennahe Seegras- und Algenbestände, die als Kinderstuben dienen, gelten als besonders empfindlich.

Für die Region hat dies neben biologischen auch wirtschaftliche Folgen. Die Küstenfischerei und nachgelagerte Wertschöpfungsketten müssen sich auf veränderte Vorkommen und mögliche Ertragsschwankungen einstellen. Behörden und Wissenschaftler plädieren daher für eine engmaschige, systematische Beobachtung, eine zeitnahe Auswertung der Messreihen des IEOOS und eine enge Abstimmung mit der regionalen Verwaltung, um Anpassungsmaßnahmen vorzubereiten. Dazu zählen ein flexibleres Bestandsmanagement, stärkere Überwachung invasiver Arten und der Schutz besonders belasteter Lebensräume.

Die genannten Messwerte und Einordnungen beziehen sich auf die öffentlich dokumentierten Reihen des IEOOS und aktuelle Analysen des Dienstes Copernicus. Aussagen über langfristige Bestandsentwicklungen bleiben vorläufig; sie hängen von der weiteren Witterung, der Intensität des El Niño und lokalen Meeresbedingungen ab und werden laufend überprüft.

Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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