Die Regierung der Kanarischen Inseln hat am 15. September in Kioto Gespräche mit der Toei-Gruppe geführt, um Partnerschaften für die Animationsbranche der Inseln zu prüfen. Die von Proexca organisierte Delegation besuchte die Toei Studios und den Toei Kyoto Studio Park. Teil der Gespräche war nach Regierungsangaben auch Motoaki Adachi, Präsident des Technologieunternehmens Shrewd Sekkei aus Kioto.
Der Vizeberater der Präsidentschaft und Proexca-Präsident Alfonso Cabello sagte, der Austausch solle aufzeigen, wie sich Kreativität, Talent und Technologie in weltweit verwertbare geistige Eigentumsrechte übersetzen lassen. Ziel der Reise sei es, Erfahrungen des japanischen Konzerns zu nutzen, um die kanarische Animationswirtschaft zu skalieren, neue Projekte anzuziehen und Kooperationen mit internationalen Märkten zu öffnen. Konkrete Verträge oder Finanzierungszusagen nannte die Regierung nicht.
Nach Angaben des Gobierno de Canarias zählt die Animation zu den dynamischsten Bereichen des audiovisuellen Sektors der Inseln. Die Branche erwirtschaftet demnach mehr als 35 Millionen Euro jährlich und stellte 2024 rund 1.500 direkte Arbeitsplätze. Die Kanaren rangieren laut Regierung bei der Beschäftigung in der Animation als drittgrößte Autonome Gemeinschaft Spaniens und vereinen etwa acht Prozent der landesweiten Jobs. Auf Teneriffa entfielen 2024 rund 32 Prozent der audiovisuellen Gesamtinvestitionen auf Animation, was etwa 19 Millionen Euro entspricht.
Die Behörden ordnen die Mission in Japan in eine breitere Strategie zur Diversifizierung der Inselwirtschaft ein. Proexca setzt seit einigen Jahren verstärkt auf Internationalisierung im Audiovisuellen, in der Animation und im Games-Bereich. Dazu gehören laut Regierungsangaben Kooperationsformate mit Branchenclustern und Maßnahmen zur Qualifizierung.
Auch das übrige audiovisuelle Ökosystem der Kanaren hat zuletzt an Breite gewonnen. Für 2025 nennt die Regierung 180 Produktionen ohne Werbung, ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die direkten Einnahmen daraus lagen demnach bei 432 Millionen Euro; unter Einbeziehung der Werbedrehs belief sich der wirtschaftliche Effekt auf 440 Millionen Euro. Die Aktivität habe im Jahresverlauf rund 20.000 direkte Beschäftigungsverhältnisse auf den Inseln erzeugt. Von den 180 erfassten Produktionen waren 134 spanisch und 46 international.
Folgen und Interessen: Gelingende Kooperationen mit Partnern wie Toei Animation könnten Produktionsvolumina und internationale Rechteverwertung aus den Kanaren stärken und die Nachfrage nach spezialisierten Kreativ- und Digitalberufen erhöhen. Risiken ergeben sich aus möglichen Abhängigkeiten von globalen Verwertungsmärkten und dem Bedarf an langfristigen Investitionen in Ausbildung und Infrastruktur.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).