Kanaren

Kanaren: Recherche über Exil auf der „Winnipeg“ – Nicolás Mingorance und die Familie Calero

elDiario.es Canarias veröffentlicht eine dokumentengestützte Rekonstruktion kanarischer Exilgeschichten: Belegt sind die Überfahrten von Nicolás Mingorance und Antonio Calero 1939 auf der Winnipeg; porträtiert wird zudem der „alzado“ Domingo Calero.

elDiario.es Canarias hat am 23. August 2026 eine Recherche zur republikanischen Gegenwehr auf den Kanaren und zum anschließenden Exil vorgelegt. Belegt sind die Überfahrten des Dichters und Journalisten Nicolás Mingorance sowie von Antonio Calero im Jahr 1939 an Bord der von Pablo Neruda organisierten Winnipeg von Frankreich nach Chile. Der Beitrag porträtiert zudem den aus La Palma stammenden „alzado“ Domingo Calero, der sich in den ersten Tagen des Militärputsches dem Zugriff entzog und später floh.

Als Quellen nennt die Veröffentlichung Familienarchive, Briefe und einen aktuellen Dokumentarfilm. Zentral ist eine Briefstelle von Mingorance aus dem Jahr 1983, in der er seinen Entschluss zur Flucht schildert: Neun Monate nach dem Grenzübertritt nach Frankreich sei er „in der Winnipeg nach Chile“ aufgebrochen. Der Filmzyklus „Canarias: 50 años tras la oscuridad“ wurde im Juli in Las Palmas gezeigt und bildet einen aktuellen Anlass für die erneute Aufarbeitung.

Historischer Rahmen: Die Winnipeg verließ nach übereinstimmenden historischen Darstellungen Anfang August 1939 den französischen Hafen Pauillac und erreichte Anfang September Valparaíso. Rund 2.200 spanische Republikanerinnen und Republikaner fanden so Zuflucht in Chile. Die Rolle Pablo Nerudas bei der Organisation und die Route des Frachters sind vielfach dokumentiert.

Zur Biografie von Mingorance ordnet die Recherche ihn als Dichter, Journalist und früheren Gemeinderat aus Santa Cruz de Tenerife ein. Er war unter Franco inhaftiert, unter anderem in Villa Cisneros, und wird mit der spektakulären Flucht von Republikanern auf dem Schiff Viera y Clavijo in Verbindung gebracht. Seine Familie bewahrt Briefe und Unterlagen, die den späteren Weg ins Exil stützen.

Die Calero-Perspektive differenziert der Bericht: Domingo Calero wird als lokaler Widerständler („alzado“) von La Palma beschrieben. Nach Familienangaben reiste hingegen Antonio Calero 1939 auf der Winnipeg nach Chile. Damit verbindet die Veröffentlichung individuelle Biografien aus unterschiedlichen Phasen der Repression mit der kollektiven Exilerfahrung.

Der Beitrag ist Teil der gegenwärtigen Erinnerungsarbeit auf den Kanaren, die Filmarbeiten, Ausstellungen und familiäre Nachlässe zusammenführt. Er trennt belegte Daten – Abfahrt und Ankunft der Winnipeg, dokumentierte Passagierzahlen, datierte Briefe – von zugeschriebenen Erinnerungen aus Familienüberlieferungen. So entsteht ein präziser lokaler Zugriff auf ein transnationales Kapitel der spanischen Geschichte, ohne über das gesicherte Material hinauszugehen.

Redakteurin: Celestina Fuentes (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

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