Eine am 4. Oktober 2026 von La Vanguardia veröffentlichte Umfrage des Instituts Ipsos verzeichnet einen abrupten Aufstieg der Aliança Catalana. Demnach würde die Partei um Sílvia Orriols im Parlament von Katalonien von bislang zwei auf rund 30 Sitze zulegen und damit bei den Mandaten zum Partit dels Socialistes de Catalunya aufschließen. La Vanguardia nennt für die Erhebung einen Feldzeitraum vom 23. September bis 1. Oktober 2026 und 2.000 geführte Interviews.
Die Projektion ordnet ein deutlich fragmentierteres Parlament an als heute. Neben dem starken Zuwachs für Aliança Catalana verzeichnet der Partit dels Socialistes de Catalunya laut Ipsos einen spürbaren Rückgang von 42 auf rund 30 Sitze. Junts per Catalunya würde besonders stark verlieren und von 35 auf etwa 16 Mandate fallen. Der Partido Popular läge demnach bei etwa 11 Sitzen, die Comuns bei rund vier. Esquerra Republicana de Catalunya würde im Vergleich leicht zulegen. Insgesamt deutet die Umfrage auf eine erschwerte Regierungsbildung hin: Eine klare Mehrheit wäre demnach weder für traditionelle Konstellationen links der Mitte noch für bisher erprobte Bündnisse der Unabhängigkeitsparteien ohne weiteres erreichbar.
Die Ipsos-Zahlen sind eine Momentaufnahme und geben Präferenzen im Zeitraum der Befragung wieder. Sie sind keine Prognose für ein konkretes Wahlergebnis. Veränderungen durch Mobilisierung, Kampagnenereignisse oder Kandidatenfragen bleiben möglich. Gleichwohl wird der Befund des starken Wachstums von Aliança Catalana und der Verluste etablierter Kräfte über mehrere Medien hinweg konsistent berichtet; Unterschiede betreffen vor allem Feinheiten bei kleineren Listen.
Politisch verschieben die ausgewiesenen Kräfteverhältnisse die Verhandlungslogik in Barcelona. Sollte sich der Trend bis zu einem Wahltermin verfestigen, wären Mehrheiten nur über neue, teils ungewohnte Brückenschläge zu bilden. Der Aufstieg einer dezidiert rechtsgerichteten Kraft wie Aliança Catalana erschwert zudem Annäherungen, weil andere Parteien sich inhaltlich klar abgrenzen. Reaktionen aus den Parteien zielen daher vorerst auf Auswertung der Daten und Abtasten möglicher Szenarien. Konkrete Festlegungen auf Koalitionspräferenzen blieben am Veröffentlichungstag aus.
Diese Meldung bezieht sich auf die Veröffentlichung vom 4. Oktober 2026 und die dort genannten Eckdaten zu Feldzeitraum und Stichprobe.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).