INVERCO warnt vor einem deutlichen Rückgang der langfristigen Sparleistungen in der privaten Altersvorsorge in Spanien: Ohne neue Anreize oder eine Rücknahme der jüngsten Beschränkungen für Einzahlungen in Einzelpläne könnten bis 2040 rund 74 Milliarden Euro an Ersparnissen fehlen. Die Asociación de Instituciones de Inversión Colectiva y Fondos de Pensiones forderte am 23. August 2026, individuelle Pensionspläne und Investmentfonds in die nationale Umsetzung der europäischen Cuenta de Ahorro e Inversión (CAI) einzubeziehen und die einheitliche Kennzeichnung Finance Europe anzuwenden.
José Luis Manrique, Direktor für Studien und Statistik bei INVERCO, betonte, die Ausgestaltung der CAI – einschließlich möglicher steuerlicher Vorteile – sei noch offen. Er sprach sich für das Format der Kennzeichnung Finance Europe aus, das für Privatanleger einfacher, transparenter und kostengünstiger sei als ein reines Kontoformat. Zudem plädierte der Verband für die Rückkehr zur früheren Obergrenze von 8.000 Euro pro Jahr bei Einzahlungen in individuelle Pensionspläne.
Das spanische Ministerium für Wirtschaft bestätigte, dass die öffentliche Konsultation zur CAI abgeschlossen ist. Man prüfe derzeit Designoptionen mit dem Ziel, ein „einfaches und attraktives“ Produkt bereitzustellen; einen Zeitpunkt für die Einführung nannte das Haus nicht. Die Konsultationsfrist endete am 30. Januar 2026.
Hintergrund ist die politisch gewollte Neugewichtung der steuerlichen Förderung seit 2021/2022: Die absetzbaren Höchstbeträge für individuelle Pläne wurden deutlich reduziert, während betriebliche Vorsorgemodelle relativ begünstigt wurden. Nach Angaben aus der Branche hat dies die Zuflüsse in Einzelpläne spürbar geschwächt. Die nun von INVERCO genannte Summe von 74 Milliarden Euro ist eine Projektion des Verbandes über die langfristigen Effekte begrenzter Beitragshöhen auf die Kapitalbildung in der privaten Vorsorge.
Ökonomisch würde ein anhaltender Zuflussrückgang das verwaltete Vermögen und damit verbundene Kapitalmarktfunktionen dämpfen; sozialpolitisch steht die Frage im Raum, ob Haushalte ohne stärkere Förderung ausreichend privat vorsorgen. Während INVERCO eine breitere Produktaufnahme in die CAI und höhere Beitragsgrenzen anstrebt, wägt die Regierung zwischen der Stärkung des Sparens und möglichen fiskalischen Kosten ab. Offen sind die konkrete steuerliche Behandlung der CAI, ihr Produktumfang und der Zeitplan für die operative Einführung.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).