Politik

Interne Ermittler bestätigen Villarejo-Aufnahmen – Richter prüft Cospedals Rolle neu

Die Einheit Asuntos Internos hat Tonaufnahmen des Ex-Kommissars José Manuel Villarejo mit dessen Notizen abgeglichen und als echt eingestuft. Untersuchungsrichter Antonio Piña ließ daraufhin die Spur zu María Dolores de Cospedal und der Operación…

Die Einheit Asuntos Internos der Policía Nacional hat Tonaufnahmen des früheren Kommissars José Manuel Villarejo mit dessen persönlichen Aufzeichnungen abgeglichen und ihre Authentizität in zentralen Punkten bestätigt. Der Befund wurde am 16. September 2026 dem zuständigen Untersuchungsrichter Antonio Piña vorgelegt. Er betrifft Passagen, in denen die frühere Generalsekretärin der Partido Popular, María Dolores de Cospedal, namentlich fällt und die auf Kenntnisse der sogenannten Operación Kitchen hindeuten.

Kernstück ist eine Aufnahme, datiert auf den 15. September 2014. Darin skizziert Villarejo laut Akten die Idee, den Fahrer des damaligen PP-Schatzmeisters Luis Bárcenas, Sergio Ríos Esgueva, zum Polizeibeamten zu machen, damit dieser nicht mehr über interne Vorgänge sprechen könne. In derselben Unterhaltung wird Innenminister Jorge Fernández Díaz als politischer Adressat genannt. Die Gespräche stehen inhaltlich im Zusammenhang mit der Operación Kitchen, einer verdeckten Aktion in den Jahren der Regierung von Mariano Rajoy, bei der Polizisten ohne richterliche Kontrolle Informationen und Unterlagen zum Finanzgebaren von Bárcenas sichern wollten.

Piña hatte Asuntos Internos bereits im Sommer 2026 beauftragt, unter den bei Villarejo beschlagnahmten Dateien gezielt nach Material zu suchen, das neue Anhaltspunkte für strafbares Handeln Dritter liefern könnte. Die jetzt vorgelegte Auswertung vergleicht Datumsangaben und Inhalte der Aufnahmen mit Einträgen in Villarejos Agenda und bestätigt Überschneidungen, die für die Beweiswürdigung bedeutsam sein können. Der Richter führt mehrere Teilkomplexe des Verfahrens Tándem fort, das aus zahlreichen Separatverfahren rund um Villarejos Aktivitäten besteht.

Die rechtliche Tragweite bleibt vorerst offen. Die Bestätigung der Echtheit einzelner Aufnahmen ersetzt weder eine strafrechtliche Bewertung noch den Nachweis konkreter Taten. Sie kann jedoch Ermittlungen präzisieren, Zeugenaussagen ergänzen und frühere Würdigungen korrigieren. Über die Einleitung weiterer Schritte – etwa Vorladungen, die Qualifizierung möglicher Delikte oder eine Ausweitung der Ermittlungen auf politische Verantwortungsträger – ist noch nicht entschieden.

Politisch heikel ist der Fall für die Partido Popular, weil die nun validierten Gespräche Beteiligte aus dem Umfeld der Rajoy-Regierung betreffen. Zugleich gilt: Gegen María Dolores de Cospedal, Jorge Fernández Díaz oder andere namentlich genannte Personen begründet die aktuelle Bewertung allein keinen strafrechtlichen Vorwurf. Zuständig für weitere Maßnahmen bleibt das Gericht, das die Ergebnisse von Asuntos Internos zusammen mit bereits in der Audiencia Nacional erhobenen Beweisen bewertet.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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