Das Instituto Nacional de Estadística (INE) meldet für Oktober 2026 auf Basis vorläufiger Daten eine Jahresteuerung von 4,9 Prozent. Gegenüber September blieb die Inflationsrate damit unverändert und erreichte weiterhin den höchsten Stand seit Februar 2023. Die Kerninflation, die Energie und frische Lebensmittel ausklammert, lag bei 3,1 Prozent und blieb damit ebenfalls stabil.
Als Bremsfaktor wirkte im Oktober vor allem die Entwicklung der Kraftstoffpreise. Nach Angaben der Statistikbehörde fiel der Beitrag der Energie zum Gesamtindex geringer aus als im Vormonat. Hintergrund sind staatliche Vergünstigungen auf Kraftstoffe, die Ende September beschlossen wurden. Mit dem Real Decreto-ley 25/2026 vom 29. September 2026 präzisierte die Regierung befristete Entlastungen, die den Endpreis an der Zapfsäule senkten und so den unmittelbaren Preisdruck dämpften. Die Maßnahme betrifft insbesondere Diesel und Benzin und schlug sich im Teilindex für Kraftstoffpreise nieder.
Nach Berichten von EFE und RTVE decken sich die Zahlen mit der Vorveröffentlichung des INE. Beide Medien heben hervor, dass die staatlichen Rabatte vor allem bei Transportkosten wirkten, während andere Waren- und Dienstleistungsgruppen weiter zulegten. Das erklärt, warum die Kerninflation mit 3,1 Prozent erhöht bleibt, obwohl die Energiekomponente weniger stark zum Anstieg beiträgt.
Im Jahresvergleich bleibt die Belastung für Haushalte deutlich spürbar. Der Warenkorb verteuerte sich im Oktober insgesamt um 4,9 Prozent, wobei die Preisdynamik je nach Kategorie stark variiert. Dienstleistungen und langlebige Güter zeigten weiterhin merkliche Zuwächse. Zugleich stabilisierten die temporären Erleichterungen an den Tankstellen die Transportkosten. Wie nachhaltig dieser Effekt ist, hängt von der weiteren Preisentwicklung an den Rohöl- und Produktmärkten sowie von der Frage ab, ob und in welcher Form die Vergünstigungen verlängert oder angepasst werden.
Wirtschaftspolitisch verweist die Kombination aus verharrender Gesamtteuerung und robuster Kerninflation auf ein zweigeteiltes Bild: Einerseits entlasten fiskalische Maßnahmen Teile des Energiekomplexes kurzfristig, andererseits deutet die Kernrate auf einen weiterhin breiten Preisdruck hin. Damit bleibt die Inflationslage ein zentrales Thema für Regierung und Unternehmen – und für Verbraucherinnen und Verbraucher, die die Effekte an Kassen und in Rechnungen unmittelbar spüren.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).