Am 22. September 2026 haben Archäologen im römischen Siedlungsareal von Singilia Barba nahe Antequera (Málaga) substanzielle Teile eines Theaters freigelegt. Das Team der Universidad Complutense de Madrid dokumentierte erste Maße von rund 52 Metern Durchmesser und beschreibt den Bauzustand als außergewöhnlich gut erhalten. Die Arbeiten sind Teil des Projekts Redescubriendo Singilia Barba, das seit 2025 läuft.
Die Fundstelle liegt im Bereich des Cortijo del Castillón. Sichtbar geworden sind Abschnitte der cavea mit großformatigen, sorgfältig gesetzten Sandsteinschichten und Sillaren. Nach Angaben aus der Grabungsleitung unterstreicht die Qualität der Mauerwerksverbände die Monumentalität des Bauwerks. Die genaue Abfolge der Bauphasen, die Stratigrafie und eine vollständige Inventarisierung der Funde werden in weiteren Kampagnen ausgewertet.
Die Maßnahmen erfolgen mit Genehmigung der Junta de Andalucía. Die Stadt Antequera hatte Ende August 2026 eine kommunale Genehmigung für Sicherungs- und Erschließungsschritte am Areal erteilt und ein Budget von 380.099,33 Euro ausgewiesen. Ziel ist der Schutz der Substanz, eine geordnete wissenschaftliche Dokumentation sowie die Vorbereitung eines Managementplans. Erst auf dieser Grundlage können Entscheidungen über eine schrittweise öffentliche Zugänglichkeit fallen.
Singilia Barba ist seit Langem als archäologischer Bereich ausgewiesen und steht unter Schutz. Das laufende Programm markiert die erste großflächige Intervention an diesem Teil des Areals seit Jahrzehnten. Es verbindet geoarchäologische Methoden mit einer systematischen Erfassung der Bau- und Materialkultur und soll die Rolle der Siedlung in der römischen Bética präziser fassen.
Die Einordnung der nun freigelegten Strukturen als besonders gut erhaltener Theaterbau deckt sich mit Einschätzungen beteiligter Fachleute und korrespondiert mit architektonischen Merkmalen römischer Theater in Andalusien. Unabhängige Bestätigungen durch vollständige wissenschaftliche Publikationen stehen jedoch noch aus. Prognosen über Besucherführung und touristische Nutzung bleiben daher vorläufig.
Die Universidad Complutense de Madrid führt die Grabung in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden durch. Weitere Feldarbeiten, konservatorische Maßnahmen und Detailanalysen sind für die verbleifende Projektlaufzeit angekündigt. Die Stadt und die Junta de Andalucía betonen, dass der Schutz des Ensembles Vorrang hat und kurzfristige Eingriffe am Fundort an die Ergebnisse der laufenden Dokumentation gebunden werden.
Redakteurin: Celestina Fuentes (Artikel mit KI-Unterstützung).