Das Angebot an dauerhaft zu vermietenden Wohnungen in Spanien ist laut Idealista in den drei Jahren seit 2023 um rund 20 Prozent gesunken. Zugleich legten die Mieten weiter zu: Im Jahresvergleich stiegen sie um 5,8 Prozent, eine 80-Quadratmeter-Wohnung kostet im Schnitt inzwischen über 1.200 Euro monatlich. Parallel hat sich die Zahl der Saisonvermietungen seit 2023 nach Idealista-Angaben etwa verdoppelt, was das Angebot für Dauerwohnraum zusätzlich verknappt.
Als Zäsur gilt das Inkrafttreten der Ley de Vivienda, die Ende Mai 2023 im Kongress verabschiedet wurde. Das Gesetz ermöglicht es Regionen, Gebiete als zonas tensionadas auszuweisen und dort Mietpreise bei Neuverträgen an Indexe zu koppeln. Nach offiziellen Regierungsangaben gelten derzeit 317 Gemeinden in fünf Autonomen Gemeinschaften als zonas tensionadas; dort greifen Preisbegrenzungen für Neuvermietungen.
Idealista beziffert die Entwicklung im Zeitverlauf wie folgt: Zwischen dem ersten Quartal 2023 und dem ersten Quartal 2024 verringerte sich die Zahl der dauerhaft angebotenen Mietwohnungen um rund 15 Prozent. In den Folgejahren setzten sich kleinere Rückgänge fort. Anfang 2025 lag die Angebotsmenge im Jahresvergleich etwa drei Prozent niedriger, ein ähnlicher Rückgang wurde zu Jahresbeginn 2026 gemeldet. Idealista stützt sich dabei auf spanienweite Inserats- und Preisdaten des Portals.
Die Bewertung der Ursachen bleibt umstritten. Regierungsvertreter sehen die Instrumente der Ley de Vivienda als Beitrag zur Entlastung in besonders angespannten Märkten und verweisen auf einzelne Orte mit gedämpften Einstiegsmieten bei Neuverträgen. Teile der Wohnungswirtschaft und Vermieterverbände warnen hingegen, die Regulierung untergrabe Planungssicherheit und verlagere Wohnungen in andere Segmente wie die Saisonvermietung. Ein kausaler Zusammenhang zwischen Gesetz und Angebotsrückgang lässt sich aus den verfügbaren Marktdaten nicht abschließend belegen und wird je nach Quelle unterschiedlich interpretiert.
Für Haushalte mit mittleren und niedrigen Einkommen verschärft die Kombination aus sinkendem Angebot und steigenden Preisen die Wohnungssuche. Wie sich die Lage weiter entwickelt, hängt von kommunalen Entscheidungen zu zonas tensionadas, von Marktreaktionen und von möglichen Ergänzungen der staatlichen Wohnpolitik ab.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).