Eine Koalition aus mehr als 50 Unternehmen und Organisationen hat die EU‑Mitgliedstaaten aufgefordert, den Start des neuen Emissionshandels für Brennstoffe in Gebäuden und im Straßenverkehr (ETS2) im Jahr 2028 einzuhalten. Das geht aus einem Schreiben vom 6. Oktober 2026 an die Klima‑Beauftragten der 27 Ständigen Vertretungen bei der Europäischen Union hervor. Unter den Unterzeichnern sind die spanischen Unternehmen Iberdrola und Wallbox sowie Danfoss, Ørsted, Statkraft, Velux, der europäische Verbraucherverband BEUC und die spanische Umweltorganisation ECODES.
Die Unterzeichner dringen darauf, die bereits beschlossene Einführung des ETS2 nicht erneut zu verschieben. Begründet wird dies mit der Planungssicherheit für Investitionen und der Erwartung, dass Einnahmen aus dem System frühzeitig zur sozialen Abfederung und für Dekarbonisierungsmaßnahmen genutzt werden können. Änderungen am Regelwerk vor der geplanten Überprüfung im Jahr 2029 würden nach ihrer Darstellung das Vertrauen von Akteuren untergraben, die sich am geltenden Fahrplan orientieren.
Der ETS2 erweitert den europäischen Kohlenstoffmarkt auf Brennstoffe, die in Gebäuden und im Straßenverkehr eingesetzt werden. Nach EU‑Angaben ist der operative Start für 2028 vorgesehen; Details der Ausgestaltung werden im Rahmen der Umsetzung in nationales Recht festgelegt. Die Europäische Kommission und der Rat der Europäischen Union haben in jüngsten Mitteilungen betont, dass am Zeitplan festgehalten werden soll. Eine Revision der Regeln ist für 2029 angekündigt.
Politischer Hintergrund der Initiative sind Debatten in mehreren Mitgliedstaaten über soziale Ausgleichsmechanismen und die Belastungen für Haushalte und bestimmte Branchen. Einige Regierungen hatten in den vergangenen Monaten zusätzliche Flexibilitäten ins Spiel gebracht. Die Verfasser des Schreibens argumentieren dagegen, verlässliche Rahmenbedingungen seien Voraussetzung für Investitionen unter anderem in Ladeinfrastruktur und Wärmepumpen.
Konkrete neue Beschlüsse der Mitgliedstaaten zum weiteren Vorgehen lagen zum Redaktionsschluss nicht vor. Aus institutioneller Sicht bleibt der Ball bei den Regierungen, die die Vorgaben in nationales Recht übertragen und die administrativen Voraussetzungen schaffen müssen. Der Zusammenschluss von Energieunternehmen, Industrie und Zivilgesellschaft zielt darauf, vor den anstehenden Umsetzungsschritten politischen Druck für einen stabilen Zeitplan aufzubauen.
Die Rolle spanischer Akteure ist dabei sichtbar: Iberdrola und Wallbox zählen zu den prominentesten Unterzeichnern aus Spanien. Beide werben seit Längerem für klare Investitionssignale in Stromnetze, Elektromobilität und Gebäudeeffizienz, die durch einen planbaren ETS2‑Pfad begünstigt würden.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).