Die Schlafambulanz des Hospital Universitario de Gran Canaria Doctor Negrín ist auf der LXII Jahrestagung der Sociedad Española de Neurofisiología Clínica in Vigo für eine mündliche Präsentation zur Schlafqualität von pflegenden Angehörigen von Menschen mit Demenz ausgezeichnet worden. Das Krankenhaus auf Gran Canaria ist dem Gesundheitsressort des Gobierno de Canarias zugeordnet. Der Preis würdigt die Arbeit im Bereich der klinischen Neurophysiologie und die Relevanz des Themas für die Versorgung.
Die ausgezeichnete Mitteilung mit dem Titel „Calidad del sueño en cuidadores de pacientes con demencia“ wurde von den Assistenzärzten Víctor Melián Díaz und Nerea Portela Riveiro während einer Rotation am Hospital Doctor Negrín erarbeitet. Koordiniert wurde das Projekt von den Ärzten Fernando Cabrera und Octavio Jiménez aus den Einheiten für Demenz und Schlaf des Servicio de Neurología y Neurofisiología Clínica.
Nach Angaben des Krankenhauses rückt die Arbeit einen Aspekt in den Mittelpunkt, der in der Praxis oft zu wenig Beachtung findet: Schlafstörungen bei pflegenden Angehörigen bleiben häufig unerkannt, obwohl die Belastung durch die Betreuung von Menschen mit Demenz hoch ist und gesundheitliche Folgen haben kann. Das Team der Unidad del Sueño verweist darauf, dass Schlafprobleme in engem Zusammenhang mit körperlicher, kognitiver und emotionaler Gesundheit stehen und deshalb systematisch erfasst und behandelt werden sollten – nicht nur bei Patientinnen und Patienten, sondern auch bei den Personen, die sie täglich versorgen.
Der Preis stellt aus Sicht des Hospital Universitario de Gran Canaria Doctor Negrín eine Anerkennung für die Arbeit seiner neurologischen und neurophysiologischen Dienste dar. Konkrete Angaben zu Methode, Stichprobengröße und messbaren Effekten der Untersuchung enthält die Mitteilung des Krankenhauses nicht. Damit lassen sich aus der Auszeichnung selbst keine quantitativen Aussagen zur Verbreitung oder Ausprägung der festgestellten Schlafprobleme ableiten.
Für die Versorgungspraxis auf den Kanarischen Inseln unterstreicht die Entscheidung der Fachgesellschaft die Notwendigkeit, pflegende Angehörige frühzeitig in die Diagnostik einzubeziehen und bei Bedarf schlafmedizinisch zu betreuen. Offen bleibt, welche Screening-Instrumente verwendet wurden, ob die Ergebnisse in einem Tagungsband oder Fachjournal publiziert werden und ob Folgeprojekte mit Interventionen geplant sind. Das Krankenhaus verweist darauf, dass das Thema aufgrund seiner Relevanz für die Lebensqualität von Betroffenen und Pflegenden weiterverfolgt werden soll.
Die Jahrestagung der Sociedad Española de Neurofisiología Clínica fand kürzlich in Vigo statt; sie bündelt jährlich Beiträge aus Kliniken und Forschungseinrichtungen in Spanien und verleiht Auszeichnungen in mehreren Kategorien.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).