Ricard Doménech, Mitgründer und Co‑Chef der spanischen Reiseversicherungsplattform Heymondo, sieht Reisende in Spanien und auf wichtigen Auslandsstrecken deutlich risikobewusster. In einem am 20. September veröffentlichten Gespräch mit La Información Económica (20minutos) sagte er, die Deckungen seien „jetzt breiter, weil der Reisende sich der Risiken stärker bewusst ist“. Nach einer kurzen Delle zu Jahresbeginn habe sich die Nachfrage zügig erholt.
Doménech beschreibt das laufende Jahr für den Tourismussektor als geprägt von Resilienz: Auf starke Trends zu Beginn folgte Ende Februar eine Eskalation im Nahen Osten, die den Transport verteuerte und Buchungen kurzzeitig bremste. Besonders spürbar sei dies rund um die Semana Santa gewesen, parallel zu mehreren Naturereignissen. Anschließend habe sich das Geschäft rasch normalisiert. Die von Doménech geschilderte Bewegung entspricht der Entwicklung vieler Anbieter, die Policen mit größeren Deckungsumfängen und flexibleren Bausteinen anbieten.
Heymondo positioniert sich dabei als digitaler Anbieter mit schneller Schadenabwicklung und variablen Modulen für unterschiedliche Reisesegmente – von Kurztrips bis zu längeren Aufenthalten. Nach Angaben aus der Branche wächst die Bedeutung klar formulierter Leistungen, etwa höherer Limits für medizinische Notfälle, Assistance-Leistungen, Reiserücktritt und Unterbrechung sowie Unterstützung bei Rücktransporten. Gleichzeitig müssen Versicherer Preis- und Risikoannahmen häufiger an geopolitische Lagen und extreme Wetterereignisse anpassen, was Produktzyklen verkürzt und die Tarifierung komplexer macht.
Für Vermittler und Vergleichsportale bedeutet der Trend zusätzliche Relevanz: Sie dienen als Filter, um Leistungsunterschiede transparenter zu machen. Zugleich steigt der Druck auf Anbieter, Bedingungen verständlich zu kommunizieren und digitale Prozesse im Schadenfall zu beschleunigen. In der Praxis geht es um verlässliche Erreichbarkeit, klare Ausschlusskataloge und nachvollziehbare Erstattungswege – Punkte, an denen die Kaufentscheidung zunehmend hängt.
Doménech ordnet die jüngsten Ausschläge als zyklisch ein, erkennt aber eine strukturelle Verschiebung beim Verhalten der Kundschaft: Versicherungsschutz wird früher in die Reiseplanung integriert und seltener als nachrangiger Zusatz gebucht. Belastbare Prognosen zu Preisen oder zur Marktkonzentration nannte er nicht. Für eine Bewertung der Margenentwicklung und Schadenquoten im Jahresverlauf verweist die Branche regelmäßig auf veröffentlichte Unternehmenszahlen und Marktstudien. Fest steht: Der Wettbewerb um transparente Produkte und schnelle Services verschärft sich – auch, weil Reisende nach mehreren Krisenjahren weniger Toleranz für Lücken im Schutz oder Verzögerungen in der Abwicklung zeigen.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).