Kurzmeldung
Madrid, 4. September 2026 — Der spanische Minister für Industrie, Handel und Tourismus, Jordi Hereu, hat am Freitag einen sogenannten Grundsatz- beziehungsweise Vorvertrag zwischen Airbus und den vier Gewerkschaften ATP, Comisiones Obreras (CCOO), SIPA und UGT bekanntgegeben. An der Sitzung im Ministerium nahm auch der Vorstandsvorsitzende von Airbus, Guillaume Faury, teil. Nach Angaben des Ministeriums und mehrerer Nachrichtenagenturen sieht die vorgeschlagene Einigung vor, verlorene Kaufkraft über der Inflationsrate wiederherzustellen sowie arbeitsorganisatorische Verbesserungen wie klarere Regelungen zur Telearbeit und eine bessere Verpflegungsversorgung zu verankern. Offizielle Unterschriften lagen zum Zeitpunkt der Mitteilungen nicht vor; die Vereinbarung muss noch den Gremien und gegebenenfalls den Belegschaften zur Abstimmung vorgelegt werden.
Umstritten war die Zusammensetzung der Runde: Die Confederación General del Trabajo (CGT) sowie die Unión de Trabajadores Independientes y Libres (ÚTIL) wurden nach Angaben der beteiligten Quellen nicht in das Treffen gelassen und kritisierten ihre Ausgrenzung. Hereu erklärte, es habe sich nicht um eine Verhandlungsrunde im engeren Sinn gehandelt, sondern um eine Konsolidierung des vom Unternehmen präsentierten Vorschlags mit denjenigen Vertretungen, die diesem Vorgehen zustimmen. Vertreter von UGT und anderen Verbänden betonten gegenüber Medien jedoch, sie hätten die Abwesenheit der beiden Vereinigungen als problematisch bezeichnet und verwiesen zugleich darauf, dass bislang keine endgültige Einigung unterschrieben sei.
Der Arbeitskampf bei Airbus in Spanien belastet mehrere Werke seit Wochen; die Streiks waren am 25. August 2026 in eine unbefristete Phase gegangen. Nach übereinstimmenden Berichten decken ATP, CCOO, SIPA und UGT gemeinsam eine überwiegende Mehrheit der gewählten Arbeitnehmervertretungen ab, weshalb die Regierung und Unternehmensseite die erzielte Verständigung als Weg sehen, Produktion und Beschäftigung in den spanischen Standorten zu stabilisieren. Ob die Maßnahmen zur Beendigung der Arbeitsniederlegungen führen, hängt nun von innerbetrieblichen Abstimmungen und möglichen weiteren Entscheidungen der ausgeschlossenen Gewerkschaften ab. Ein endgültiger Tarifvertrag mit rechtsverbindlichen Unterschriften fehlt weiterhin.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).