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Gleichstellungsministerin fordert Treffen mit Moreno und rügt Vox-Zuständigkeit in Andalusien

Ana Redondo kritisiert, dass Bewertungsstellen für Gewalt gegen Frauen in Andalusien dem von Vox geführten Ressort zugeordnet wurden, und verlangt ein rasches Gespräch mit Juanma Moreno.

Die spanische Gleichstellungsministerin Ana Redondo hat am 16. September 2026 die andalusische Regierung scharf kritisiert, weil die Unidades de Valoración Integral de Violencia de Género der Zuständigkeit eines von Vox geführten Ressorts zugeordnet wurden. Sie nannte dies „inkohärent“ und ein „Sinnlosigkeit“, da die Einheiten zentrale Gutachten für den Schutz von Betroffenen häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt liefern. Redondo forderte eine umgehende persönliche Unterredung mit dem Präsidenten der Junta de Andalucía, Juanma Moreno, und bot ein Treffen noch am selben Tag an.

Als aktuellen Anlass verwies das Gleichstellungsministerium auf die Entwicklung tödlicher Gewaltfälle gegen Frauen in Andalusien in den vergangenen Jahren und die daraus resultierende „besondere Besorgnis“. Die Zentralregierung berief erstmals in Andalusien das Comité de Crisis zu Gewalt gegen Frauen ein. Nach Angaben aus Madrid sei man gegenüber der Regionalregierung „voll verfügbar“, um operative Fragen zu klären.

Hintergrund der Auseinandersetzung ist eine Umstrukturierung innerhalb der Junta de Andalucía, durch die die Institutos de Medicina Legal und damit die Koordination der Bewertungsstellen der Consejería de Justicia zugeordnet wurden. Dieses Ressort wird derzeit politisch von Vox verantwortet. Die rechtlichen Anpassungen wurden im Boletín Oficial de la Junta de Andalucía veröffentlicht. Aus Regierungskreisen in Sevilla heißt es, die Änderungen folgten der geltenden Verwaltungssystematik; die Funktionsfähigkeit der Einheiten bleibe gewahrt.

Zugeschriebene Positionen beider Seiten liegen auseinander: Redondo warnt vor Risiken für Vertrauen und Kontinuität, wenn ein politischer Akteur, der zentrale Elemente des Schutzsystems zuvor in Frage gestellt habe, Zuständigkeiten übernehme. Vertreter der Junta de Andalucía weisen die Kritik zurück und verweisen auf die gesetzliche Grundlage der Neuordnung. Zudem betont die Regionalregierung, die technischen Schutzinstrumente – etwa elektronische Schutzmaßnahmen – würden fortgeführt; Hinweise auf sicherheitsrelevante Defizite seien zu prüfen, ohne die Arbeit der Fachleute zu politisieren.

Unabhängig vom Streit bleibt festzuhalten: Die Unidades de Valoración Integral de Violencia de Género erstellen interdisziplinäre Gutachten, die Gerichten und Polizei als Entscheidungsgrundlage für Schutzmaßnahmen dienen. Änderungen an Zuständigkeiten können Abläufe, Personalhoheit und die Wahrnehmung der Betroffenen beeinflussen. Konkrete Auswirkungen auf Fallzahlen oder die Wirksamkeit einzelner Maßnahmen lassen sich aktuell nicht belegen und sind als politische Bewertungen zu kennzeichnen. Beide Regierungen kündigten Gesprächsbereitschaft an; ob und wann ein persönliches Treffen zwischen Ana Redondo und Juanma Moreno zustande kommt, war bis zum Redaktionsschluss offen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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