Politik

Gewerkschaften bereiten Generalstreik für bezahlbares Wohnen vor

CCOO und UGT haben am 6. Oktober eine landesweite Wohnungsprotest‑Mobilisierung angekündigt. ELA will im Baskenland einen Generalstreik ausrufen und sucht dafür eine Einigung mit weiteren Gewerkschaften und sozialen Akteuren.

Die spanischen Dachgewerkschaften Comisiones Obreras (CCOO) und UGT haben am 6. Oktober 2026 eine landesweite Mobilisierung zum Thema Wohnen angekündigt. Ziel ist es, politischen und wirtschaftlichen Druck für bezahlbaren Wohnraum sowie flankierende Lohnabschlüsse aufzubauen. Ein konkretes Streikdatum nannten die Verbände zunächst nicht und verwiesen auf laufende Gespräche mit sozialen Organisationen und regionalen Gewerkschaften.

Parallel erklärte ELA, die größte Gewerkschaft in Euskadi, sie werde einen Generalstreik für das Recht auf Wohnen ausrufen und strebe dazu eine gemeinsame Linie „mit anderen sozialen und gewerkschaftlichen Akteuren“ an. Auch LAB teilte mit, sie arbeite an einer abgestimmten Vorgehensweise mit den übrigen Gewerkschaften. Aus Gewerkschaftskreisen und Medienberichten ist von einem möglichen Termin Anfang November die Rede; offiziell bestätigt ist dies nicht.

Der Vorstoß folgt auf anhaltende Proteste gegen steigende Mieten, Zwangsräumungen und Spekulation. In Bilbao hält eine Zeltaktion vor dem Teatro Arriaga die Debatte präsent; Organisatoren dort fordern verbindliche Maßnahmen der Verwaltungen und rufen zur Vernetzung mit den Gewerkschaften auf. Aus dem Umfeld von CCOO hieß es zuletzt, die geforderte Mobilisierung solle neben dem Zugang zu Wohnraum auch die Lohnfrage adressieren, weil beide Themen eng zusammenhingen.

Politische Reaktionen fielen unterschiedlich aus. Podemos unterstützte die Ankündigungen und rief zur Beteiligung auf. Ione Belarra warb dafür, die Initiative als Signal gegen ein Wohnungsmarktmodell zu verstehen, das aus ihrer Sicht Spekulation begünstige. Arbeitgeberverbände warnten dagegen vor den wirtschaftlichen Folgen eines Generalstreiks und verlangten, Konflikte über Gesetzesänderungen und Sozialdialog zu lösen, nicht durch Arbeitsniederlegungen.

Offen bleibt die Ausgestaltung. Weder Umfang noch genaue Dauer wurden festgelegt. Aus Kreisen der Initiatoren verlautete, entscheidend sei eine möglichst breite gesellschaftliche Basis – von Mieterinitiativen über Studierende bis zu Beschäftigten in Schlüsselbranchen. Regionale Differenzen, etwa zwischen landesweiten und baskischen Gewerkschaften, sollen durch Verhandlungen über gemeinsame Forderungen überbrückt werden. Im Raum stehen punktgenaue Maßnahmen: mehr Sozialwohnungen, wirksame Mietpreisbremsen in angespannten Zonen, schärfere Regeln gegen spekulativen Leerstand und Hilfen zur Vermeidung von Zwangsräumungen. Ob die Regierungen auf staatlicher, regionaler und kommunaler Ebene darauf mit neuen Dekreten oder Gesetzesinitiativen reagieren, ist vorerst offen.

Die Ankündigungen datieren vom 6. Oktober 2026. Weitere Details wollen die Gewerkschaften nach Abschluss ihrer Abstimmungen bekannt geben.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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