Die Regionalpartei Geroa Bai hat am 9. September 2026 von der Präsidentin der Regierung von Navarra, María Chivite, und vom Partido Socialista de Navarra die sofortige Offenlegung der Unterlagen zu den Nachtragsforderungen am Belate-Tunnel verlangt. Anlass sind ein ablehnendes Gutachten der Asesoría Jurídica del Gobierno de Navarra und Einwendungen der Intervención General gegen das Modificado número 1, in dem zusätzliche Vergütungen an die ausführende Arbeitsgemeinschaft UTE genannt werden.
Geroa Bai bezeichnete die Lage als „sehr besorgniserregend“ und forderte politische Erklärungen „angesichts der Tragweite dieses strategischen Projekts für Navarra“. In den bislang zitierten Dokumenten ist von rund acht Millionen Euro die Rede, die im Nachtragsdokument als vergütungsfähig aufgeführt sind; die Intervención General hatte bereits im Dezember 2025 einen reparo suspensivo erhoben. Die Asesoría Jurídica stellt nach Angaben der regionalen Verwaltung die rechtliche Grundlage der vorgeschlagenen Zahlungen in Frage.
Das Gobierno de Navarra betont, es werde „nicht zahlen, was keine juristische Deckung hat“, arbeite aber zugleich an Lösungen, die den Fortgang der Bauarbeiten sichern. Die Verdopplung des Tunnels von Belate gilt als sicherheitsrelevante Maßnahme für die überregionale Verkehrsanbindung zwischen Pamplona und der baskischen Grenze; die Arbeiten laufen seit 2024 und liegen nach Angaben der Verwaltung weiter im planmäßigen Ablauf.
Kern des Streits ist, ob der UTE für nachträglich veränderte oder erweiterte Leistungen ein zusätzlicher Vergütungsanspruch zusteht und ob dieser Anspruch korrekt im Modificado número 1 dokumentiert wurde. Geroa Bai verlangt Einsicht in alle vorbereitenden Akten, eine detaillierte Begründung der strittigen Positionen und eine klare Zuweisung politischer Verantwortung. Die Partei kündigte an, das Thema im Parlamento de Navarra zu behandeln und Anhörungen zu beantragen.
Politisch belastet der Konflikt das Regierungsbündnis in Navarra, weil die Kritik besonders gegen den von der Partido Socialista de Navarra geführten Regierungsteil gerichtet ist. Für eine endgültige Bewertung sind die verbindlichen Stellungnahmen der Asesoría Jurídica und der Intervención General sowie die Entscheidung des Gobierno de Navarra über das weitere Vorgehen maßgeblich.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).