Stunden nach dem Tod der 87-jährigen Maricarmen am 7. Oktober 2026 verbreitete sich in sozialen Netzwerken eine angebliche Anzeige auf Idealista für ihre frühere Wohnung in Madrid. Nachprüfungen durch mehrere Faktenchecker und Medien ergaben, dass die kursierende Bildschirmaufnahme nicht echt ist. Technische Prüfwerkzeuge meldeten die Erkennung von SynthID, einer digitalen Kennzeichnung, die von Google entwickelt wurde und in bestimmten mit künstlicher Intelligenz erstellten Inhalten hinterlegt ist.
Auch inhaltlich weist das verbreitete Bild Widersprüche auf: Als Standort wird das Barrio de Salamanca genannt, die angegebene Adresse liegt jedoch in der Calle del Alcalde Sainz de Baranda, die eindeutig zum Madrider Distrikt Retiro gehört. Zudem wird in der Fälschung die zweite Etage genannt, während im dokumentierten Fall von Maricarmen die sechste Etage belegt ist. Eine echte Veröffentlichung auf der Immobilienplattform ließ sich in den einschlägigen Archiven und über Plattformsuche nicht finden.
Die Verbreitung erfolgte zunächst über X, ehemals Twitter. Der Nutzer, der die Bildmontage zuerst teilte, schrieb später in seiner eigenen Veröffentlichung, er verbreite „absichtlich Desinformation im Internet“. Diese Einordnung stammt vom Urheber selbst; eine weitergehende Zuschreibung von Absichten oder Hintergründen ist bislang nicht belegt.
Der Fall reiht sich in eine Serie von Falschmeldungen ein, die nach der Zwangsräumung von Maricarmen am 23. September 2026 entstanden sind. Ihr Schicksal hatte in Spanien eine breite Debatte über Mieterschutz und Verfahren bei Räumungen ausgelöst. Zwischenzeitlich war in Medienberichten von einem möglichen Rückkehrabkommen mit dem Immobilienunternehmen Urbagestión die Rede; bestätigt wurde eine Rückkehr jedoch nicht. Maricarmen verstarb am 7. Oktober 2026 im Krankenhaus.
Faktenprüfer warnen in diesem Zusammenhang vor einer unkritischen Weitergabe vermeintlicher Belege in sozialen Medien. Sie empfehlen, auf formale Unstimmigkeiten wie falsche Ortsbezeichnungen, widersprüchliche Eckdaten oder fehlende Rückverfolgbarkeit der Quelle zu achten und verdächtige Bilder mit anerkannten Werkzeugen zu prüfen. Für den hier geprüften Inhalt gilt: Die Kombination aus technischer Kennzeichnung durch SynthID, fehlender Auffindbarkeit einer echten Inseratsseite bei Idealista und die klar erkennbaren sachlichen Fehler spricht gegen die Authentizität der kursierenden Anzeige.
Zum Zeitpunkt der letzten Überprüfungen am 8. Oktober 2026 lagen keine belastbaren Hinweise vor, dass die Wohnung von Maricarmen unmittelbar nach ihrem Tod öffentlich zum Mieten angeboten wurde. Die Veröffentlichung der beanstandeten Bildschirmaufnahme ist daher als Fälschung zu werten.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).