Nach einem Felssturz im Tunnel del Negrón ist die Autopista del Huerna (AP-66) in der Nacht zum 22. August 2026 auf Höhe des Kilometerpunkts 85 vollständig gesperrt worden. Am Morgen wurde der Verkehr nach Räumung und technischer Kontrolle wieder freigegeben. Nach Angaben der Einsatzkräfte gab es keine Verletzten.
Die Subdelegación del Gobierno en León und die Guardia Civil meldeten, dass herabgestürztes Material im Inneren des Bauwerks eine Totalsperre erforderlich machte. Während der Arbeiten zur Beseitigung der Gesteinsmassen wurde der Verkehr zwischen León und Asturias über die N-630 und den Puerto de Pajares umgeleitet. Die Alternativroute war zeitweise überlastet, blieb jedoch passierbar. Erst nach einer Sicherheitsüberprüfung der betroffenen Röhre nahmen die Behörden die AP-66 schrittweise wieder in Betrieb.
Der Tunnel del Negrón ist ein zentrales Nadelöhr der Nord-Süd-Verbindung durch die Kantabrische Kordillere. Die Störung trifft auf eine Phase intensiver Arbeiten an der Strecke: Das Ministerio de Transportes treibt die Modernisierung mehrerer Tunnel und Anlagen der AP-66 voran, um Brandschutz, Entwässerung und Überwachungstechnik zu erneuern. Der Betreiber Aucalsa hatte in diesem Zusammenhang bereits vorübergehende Einschränkungen und wechselnde Verkehrsführungen angekündigt. Warum es nun zu dem Felssturz im Tunnelinneren kam, prüfen Techniker von Betreiber und Verwaltung; zu möglichen Ursachen äußerten sich die Stellen zunächst nicht.
Politisch verstärkt der Vorfall eine bereits laufende Debatte. Das Gobierno del Principado de Asturias drängt seit Monaten auf Entlastungen beim Mauttarif, solange Bauarbeiten und wiederkehrende Zwischenfälle die Leistungsfähigkeit der Verbindung mindern. Vertreter der Regionalregierung argumentieren, dass die wirtschaftliche Anbindung Asturiens durch Sperrungen und Umleitungen beeinträchtigt werde. Das Ministerio de Transportes verweist hingegen auf die Notwendigkeit der Sicherheits- und Erneuerungsmaßnahmen. Konkrete Zusagen zu vorübergehenden Rabatten, Entschädigungen oder Sanktionen gegenüber dem Konzessionär wurden bislang nicht beschlossen.
Fest steht: Die AP-66 bleibt für den Verkehr zwischen León und Asturias die schnellste Achse; jeder ungeplante Ausfall verlagert Ströme über den windanfälligen Puerto de Pajares. Nach der aktuellen Räumung und Wiederöffnung monitoren Behörden und Betreiber den Tunnel del Negrón engmaschig. Ob zusätzliche Sicherungsarbeiten im betroffenen Abschnitt nötig werden, soll eine technische Bewertung der Schäden zeigen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).