Alberto Núñez Feijóo hat der spanischen Regierung vorgeworfen, die Verantwortung für das schwere Zugunglück von Urda in der Provinz Toledo auf „einen Arbeiter“ zu verengen. Der Parteichef der Partido Popular verlangte am 2. November 2026 die Entlassung des Verkehrsministers Óscar Puente und forderte, Ministerpräsident Pedro Sánchez solle selbst öffentlich Stellung nehmen. Nach Feijóos Darstellung suche die Regierung gezielt nach einem einzelnen Schuldigen, statt systemische Ursachen zu prüfen.
Das Unglück ereignete sich am 28. Oktober 2026, als zwei Personenzüge nahe Urda zusammenstießen. Nach bisher vorliegenden Angaben kamen mindestens 69 Menschen ums Leben. Die genauen Abläufe und Ursachen werden untersucht. Pedro Sánchez hatte am 29. Oktober über La Moncloa angekündigt, Koordinierungsstellen einzuberufen und eine vollständige Aufklärung zu gewährleisten.
Feijóo verband seine Kritik mit dem Vorwurf, man schiebe die Verantwortung Richtung Betriebs- und Kontrollstellen des Staats-Infrastrukturbetreibers Adif. Er sprach von einem „infamen“ Vorgehen und davon, die Regierung habe rasch nach einem Sündenbock gesucht. Die von ihm zugespitzten Formulierungen sind aus seinen öffentlichen Äußerungen dokumentiert.
Das Verkehrsministerium wies den Vorwurf zurück. Minister Óscar Puente erklärte, er werde „keinen Arbeiter als Schild“ benutzen, und verwies auf die laufenden Ermittlungen. Zugleich arbeitet die Regierung nach Angaben von RTVE an einem königlichen Dekret, um Soforthilfen für Betroffene und Angehörige zu beschließen. Solche Unterstützungsmaßnahmen sollen parallel zur technischen und forensischen Untersuchung greifen.
Aus Regierungskreisen heißt es, erste dienstliche Berichte würden verschiedene Entscheidungen und Abläufe im Kontroll- und Betriebsregime prüfen, ohne daraus voreilig persönliche Schuldzuweisungen abzuleiten. Die Ermittlungen konzentrieren sich demnach auf Technik, Kommunikation, Fahrdienstvorschriften und die Entscheidungswege am Unfalltag. Eine belastbare rechtliche Bewertung sei erst nach Abschluss der Untersuchungen möglich.
Feijóo verlangt gleichwohl politische Konsequenzen vor Abschluss der juristischen Klärung. Er verknüpfte seine Forderungen mit früheren Vorfällen, darunter dem Unfall von Adamuz vor einigen Monaten, und stellte die Führungsverantwortung der Zentralregierung in Frage. Die Regierung hält dem entgegen, Transparenz zugesichert und die zentralen Koordinierungsstellen aktiviert zu haben.
Fest steht: Die Zahl der Opfer bleibt vorläufig, die Identifizierungsarbeiten dauern an, und die zuständigen Stellen prüfen technische Daten, Kommunikationsprotokolle und Entscheidungsabläufe. Politische Konsequenzen werden sich, so betonen beide Seiten, an den Ergebnissen der Untersuchungen messen lassen.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).