Alberto Núñez Feijóo hat am 7. Oktober in Ceuta die Prekampagne der Partido Popular eröffnet und der Stadt im Falle eines Wahlsiegs „als erste Akte auf dem Tisch des Ministerrats“ Priorität eingeräumt. Zugleich kündigte er an, bei der Junta Electoral Central zusätzliche Garantien für den voto por correo zu beantragen. Er vertraue „den Zustellern, nicht aber den Direktoren von Correos“, sagte Feijóo. Der Auftritt erfolgte 48 Stunden nach der Ansetzung vorgezogener Parlamentswahlen für den 29. November 2026.
Mit dem Termin in der nordafrikanischen Exklave setzt Feijóo inhaltliche Akzente jenseits der derzeit dominierenden Wohnungsdebatte. Neben dem Präsidenten der Stadt, Juan Jesús Vivas, hob er die Notwendigkeit stärkerer staatlicher Präsenz in Ceuta hervor und knüpfte damit an wiederkehrende Konfliktlinien rund um Migration und Sicherheit an. Feijóo war zu Beginn der 2000er Jahre Präsident von Correos und verweist in der aktuellen Auseinandersetzung ausdrücklich auf diese Verwaltungserfahrung.
Die Anrufung der Junta Electoral Central zielt auf Verfahrensschritte, die den Ablauf der Briefwahl aus Sicht des PP transparenter und überprüfbarer machen sollen. Konkrete Fälle von Unregelmäßigkeiten führte Feijóo nicht an; Belege für systematische Manipulationen legte er keine vor. Seine Formulierungen bleiben damit im Bereich politischer Skepsis gegenüber den Führungsebenen von Correos, ohne die Rechtmäßigkeit des Wahlakts unmittelbar in Frage zu stellen.
Politisch versucht der PP, die Agenda der Vorwahlzeit von sozialen Themen wie der Wohnungspolitik auf Fragen von Ordnung, Migration und institutionellem Vertrauen zu verlagern. Spanische Medien ordnen Feijóos Vorstoß in das Ringen innerhalb des rechten Lagers ein, bei dem die Schärfe der Rhetorik über Wahlverfahren zum Profilierungsinstrument wird. Für die Zentralregierung und die Leitung von Correos besteht daraus die Aufgabe, Funktionsweise und Sicherungen der Briefwahl erneut zu erläutern, um Vertrauen zu festigen.
Fest steht: Der Besuch in Ceuta, die Prioritätszusage für die Stadt und die angekündigte Bitte an die Junta Electoral Central prägten den offiziellen Auftakt der PP-Prekampagne. Ob daraus kurzfristig verfahrensrechtliche Anpassungen folgen, ist offen und hängt von der Bewertung durch die Wahlbehörde ab. Bislang liegt der Schwerpunkt der Auseinandersetzung auf Symbolik und Deutungshoheit – mit Ceuta als bewusst gewählter Bühne und der Briefwahl als Stellvertreterthema der kommenden Wochen.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).