In Spanien klagen Fahrschulen und Berufsverbände über stark verlängerte Wartezeiten bei praktischen Fahrprüfungen. In besonders betroffenen Provinzen berichten Kandidatinnen und Kandidaten inzwischen von bis zu acht Monaten zwischen Theorieerfolg und praktischem Termin. Die Dirección General de Tráfico (DGT) erkennt regionale Engpässe an und hat Maßnahmen zur Ausweitung der Prüfkapazität angekündigt.
Die Lage ist regional sehr unterschiedlich. Aus Madrid werden seit dem Sommer lange Wartelisten gemeldet; auch in Katalonien und im Baskenland häufen sich Berichte über monatelange Verzögerungen. Andere Jefaturas, die örtlichen Dienststellen der DGT, nennen dagegen Fristen von wenigen Wochen bis zu drei Monaten. Nach Darstellung der DGT erklärt sich die Spannweite aus der ungleichen Nachfrage und aus organisatorischen Unterschieden vor Ort.
Als Hauptursache nennen Berufsverbände und die Dachorganisation der Fahrschulen CNAE die unzureichende Zahl von Prüfenden im Verhältnis zu den Anmeldungen. Zudem sei die Zahl der täglichen Prüfungen pro Prüfer geringer als in früheren Jahren. Die Verbände fordern schnellere Besetzungen offener Stellen, eine transparentere Terminvergabe und eine Planbarkeit, die Ausbildung und Kosten im Zaum hält. Die Wartezeiten verzögern den Berufseinstieg, erhöhen die Ausgaben für zusätzliche Übungsfahrten und können Fristen in Bewerbungs- und Genehmigungsverfahren gefährden. Verlässliche Gesamtzahlen zu solchen Folgewirkungen liegen nicht vor.
Die DGT verweist auf bereits laufende und geplante Entlastungen. Neben einer öffentlichen Ausschreibung für neue Prüfende, deren Besetzung schrittweise erfolgt, wurden über den Plan PRO zusätzliche, zeitlich befristete Prüfungstermine organisiert. Parlamentarische Angaben und Medienberichte nennen einen Personalaufwuchs über mehrere Jahre; kurzfristige Engpässe lassen sich damit nur begrenzt abbauen. Laut DGT sollen die Verbesserungen regional ausgesteuert werden, um die größten Rückstände zuerst zu verringern.
Branchenvertreter begrüßen die Richtung der Maßnahmen, halten das Tempo jedoch für unzureichend. Solange die Zahl fest eingeplanter Prüfenden nicht deutlich steigt und die Terminvergabe zuverlässiger funktioniert, werde sich der Rückstau nur langsam lösen, heißt es. Die DGT betont dagegen, die Kapazität sei gemessen an den Möglichkeiten vertretbar, der Abbau benötige aber Zeit. Prognosen über den Zeitpunkt einer spürbaren Normalisierung bleiben entsprechend vorsichtig: Erste Entlastungen sind je nach Standort zu erwarten, ein flächendeckender Rückgang der Wartezeiten dürfte jedoch nur schrittweise eintreten.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).