Kantabrien

Fachtagung in Camargo stellt Kindeswohl bei konfliktreichen Trennungen in den Fokus

In Camargo hat am 16. Oktober 2026 die zehnte Jornada Solidaria de Mediación stattgefunden. Fachleute und Verwaltung diskutierten, wie Kinder in hochkonfliktiven Trennungen besser geschützt werden können.

In Camargo hat am 16. Oktober 2026 die zehnte Jornada Solidaria de Mediación stattgefunden. Im Centro Municipal de Empresas diskutierten Fachkräfte, Vertreterinnen und Vertreter der Kommunalverwaltung sowie zivilgesellschaftliche Organisationen, wie Kinder in Trennungs- und Scheidungsverfahren mit hoher Konfliktdichte besser geschützt werden können. Eröffnet wurde die Tagung von der kantabrischen Sozialministerin Begoña Gómez del Río. Veranstalter waren der Servicio Municipal de Mediación des Ayuntamiento de Camargo und die Asociación de Mediación de Cantabria, bekannt als AMECAN.

Nach Angaben der Organisatoren stand die Veranstaltung unter dem Titel „A través de sus ojos: la perspectiva de los niños en los procesos de ruptura de alta conflictividad“. Ziel war es, praktische Erfahrungen zu bündeln, Schutzinstrumente für Minderjährige vorzustellen und die Zusammenarbeit zwischen Mediations- und Sozialdiensten zu vertiefen. Auf dem Programm standen Fachvorträge und moderierte Gesprächsrunden mit Mediatorinnen und Mediatoren, Sozialarbeitenden, Juristinnen und Juristen sowie Vertretungen von Familienverbänden.

Die Trennung von Tatsachen, bewertenden Einschätzungen und künftigen Vorhaben war den Veranstaltern zufolge wesentlich: Während der Bedarf an frühzeitiger, kindzentrierter Mediation als unstrittig dargestellt wurde, wurden weitergehende Vorschläge – etwa zur Ausweitung begleitender psychologischer Angebote – als fachliche Empfehlungen gekennzeichnet. Konkrete finanzielle Zusagen, Fristen oder Gesetzesinitiativen wurden vor Ort nicht beschlossen.

In Cantabria gewinnt die familienorientierte Mediation seit Jahren an Gewicht. Kommunale Dienste wie der Servicio Municipal de Mediación treten ergänzend zu gerichtlichen Verfahren auf, um Eskalationen zu vermeiden und wiederholte belastende Kontakte der Kinder mit Behörden zu begrenzen. Fachleute verwiesen darauf, dass stabile Betreuungsvereinbarungen, klare Kommunikationsregeln zwischen Elternteilen und ein verlässlicher Zugang zu psychosozialer Unterstützung die Belastung Minderjähriger messbar senken können. Zugleich betonten sie, dass hochkonfliktive Fälle enge Kooperation zwischen Justiz, Jugendhilfe und spezialisierten Beratungsstellen erfordern.

Aus Sicht der Kommunalpolitik können gut vernetzte Mediationsangebote langfristig sowohl den Schutz von Kindern verbessern als auch Folgekosten im Sozial- und Justizsystem begrenzen. Maßnahmen, die von Teilnehmenden angeregt wurden, betreffen niedrigschwellige Zugänge zur Mediation, die systematische Einbindung kindlicher Perspektiven in Vereinbarungen sowie Fortbildungen für Fachkräfte im Umgang mit hochdynamischen Konflikten. Die Tagung in Camargo wurde von lokalen Beobachtern als jährliches Forum beschrieben, das Erfahrungen bündelt und die Weiterentwicklung bestehender Hilfesysteme fördert.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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