Euskal Herria Bildu und Esquerra Republicana de Catalunya treten bei den spanischen Parlamentswahlen am 29. November 2026 erneut mit gemeinsamen Listen zum Senat an. Beide Parteien bestätigten am 10. Oktober ihre Entscheidung in einer abgestimmten Mitteilung und begründen sie mit dem Ziel, Kräfte zu bündeln, um nationale Rechte von Baskenland und Katalonien zu verteidigen, soziale Rechte auszuweiten und einem von ihnen als „reaktionär“ bezeichneten Lager entgegenzutreten.
Als politischer Schwerpunkt wird die Bekämpfung der Wohnungsnot genannt. EH Bildu und Esquerra Republicana de Catalunya verweisen auf ihre Zusammenarbeit im Senat seit 2023 und sehen die gemeinsame Liste als nützliches Instrument, um die Interessen ihrer Wählerschaften wirksamer zu vertreten. Wörtlich ist von „Akkumulation von Kräften“ die Rede – eine Strategie, mit der in mehrheitlich personenbasierten Senatswahlen regionale Stimmen nicht auf konkurrierende Kandidaturen zersplittern sollen.
Die spanische Zweite Kammer, der Senat, wird größtenteils direkt in den Provinzen gewählt; die übrigen Sitze entsenden die Autonomen Gemeinschaften. In den Provinzen können Wählerinnen und Wähler jeweils mehrere Einzelkandidaten ankreuzen. Bündnisse wie das von Euskal Herria Bildu und Esquerra Republicana de Catalunya zielen deshalb darauf, die Chancen auf Direktmandate in ausgewählten Wahlkreisen zu erhöhen.
Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund erwartbar enger Mehrheitsverhältnisse. Nach Angaben aus Parteikreisen prüfen auch andere linke Kräfte Kooperationen für Senatskandidaturen. Die Sozialistische Arbeiterpartei Spaniens (PSOE) erwägt in einzelnen Provinzen Absprachen, um gegenüber dem Partido Popular nicht ins Hintertreffen zu geraten. Offiziell maßgeblich für Fristen zur Anmeldung von Koalitionen und Listen ist die Junta Electoral Central.
Beobachter werten die Neuauflage des Bündnisses vor allem als taktische Anpassung an die Logik der Senatswahl und als Signal an die eigenen Anhänger in Katalonien und im Baskenland. Welche Wirkung die Listenverbindungen tatsächlich entfalten, entscheidet sich erst am Wahlabend. Aussagen zu künftigen Mandatszahlen, Mehrheiten oder daraus folgenden Vereinbarungen im Senat bleiben vor der Abstimmung spekulativ.
Die Ankündigung knüpft an die Kooperationspraxis der vergangenen Legislatur an, ohne neue inhaltliche Detailabsprachen offenzulegen. Im Mittelpunkt steht die formale Wiederaufnahme der 2023 erprobten Formel – mit dem erklärten Ziel, den Einfluss der souveränistischen Linken im Senat zu sichern oder auszubauen.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).