Der in Donostia-San Sebastián installierte Quantencomputer IBM Quantum System Two hat sein erstes Betriebsjahr abgeschlossen und erstmals den Zugang für Unternehmen geöffnet. Nach Angaben der Regionalregierung unterstützte die Anlage seit ihrer Inbetriebnahme am 14. Oktober 2025 insgesamt 64 Forschungsprojekte; 444 Forschende aus Hochschulen und Zentren können das System nutzen. Die durchschnittliche Auslastung lag bei 50 Prozent, mit einem Spitzenwert von 80 Prozent im März. Das teilte der zuständige Landesminister für Wissenschaft, Universitäten und Innovation, Juan Ignacio Pérez Iglesias, mit.
Die Öffnung für die Wirtschaft ist Teil der Umsetzungsphase der Quantenstrategie BasQ. Ein im Juli 2026 veröffentlichtes Protokoll regelt den Zugang für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen über ein fortlaufendes Begutachtungsverfahren. In der ersten Runde wurden acht von elf Projektskizzen angenommen. Die ausgewählten Unternehmen sind Global Data Quantum, LKS Next, Multiverse Computing, Akshar Innovation, Iberdrola, Amadeus, Moeve und Gertek. Ziel ist es, Anwendungen in Bereichen wie neue Materialien, Chemie und industrielle Prozessoptimierung zu erproben.
Wissenschaftlich wird die Infrastruktur vor allem von der Universität des Baskenlandes, Tecnalia und dem Donostia International Physics Center getragen; weitere Vorhaben entstehen in Kooperation mit regionalen Hochschulen und Technologiezentren. Laut Regierung sind aus der Arbeit mit dem System bereits mehrere Fachveröffentlichungen hervorgegangen. Das Gerät ist bei Ikerbasque in Donostia-San Sebastián angesiedelt und gilt als der erste Quantencomputer dieser Bauart in Europa; die Installation ist Teil einer Kooperation des Gobierno Vasco mit IBM.
Parallel baut BasQ die Qualifizierung aus: Im Programm Road to Practitioner wurden bisher 178 Personen geschult, davon 121 im vergangenen Jahr. Zudem verzeichnete die Initiative 28 offizielle Delegationsbesuche von Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik, die sich über Leistungsstand und Einsatzmöglichkeiten informierten.
Pérez Iglesias betont das Ziel, in Euskadi ein schlagkräftiges Ökosystem der Quantencomputing-Anwendungen zu formen. Dazu zählen Nutzerinnen und Nutzer des Systems ebenso wie Firmen, die Dienstleistungen für das Umfeld entwickeln oder Komponenten und Software für künftige Quantenrechner bereitstellen. Die weitere Nutzung wird kontinuierlich evaluiert; neue Anträge von Unternehmen können fortlaufend eingereicht werden. Aussagen über makroökonomische Effekte bleiben vorläufig, entscheidend sind nach offizieller Darstellung die wissenschaftlichen Fortschritte und die Aufnahmebereitschaft der Industrie.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).