Die Europäische Zentralbank hat am 2. Oktober 2026 neue Daten zum zweiten Quartal 2026 vorgelegt. Demnach wies die Eurozone im Vierquartalszeitraum bis einschließlich zweites Quartal 2026 einen Leistungsbilanzüberschuss von 265 Milliarden Euro aus, entsprechend 1,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Vor einem Jahr hatte der Überschuss 304 Milliarden Euro beziehungsweise 1,9 Prozent betragen. Die Position der internationalen Investitionen belief sich zum Quartalsende auf 1,94 Billionen Euro, was 12 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entspricht.
Laut der Mitteilung der Europäische Zentralbank geht der Rückgang vor allem auf einen schwächeren Güterüberschuss zurück. Besonders deutlich fielen die Salden bei chemischen Erzeugnissen sowie bei Maschinen und verarbeiteten Waren. Im Dienstleistungssektor blieb die Entwicklung über die Vierquartalsreihe insgesamt stabiler; Zuwächse zeigten Telekommunikations‑, Informations‑ und IT‑Dienstleistungen sowie Tourismus und Reiseleistungen. Bei den Primäreinkommen ergab sich eine leichte Verbesserung, getragen von höheren Salden bei direkter Anlage und sonstigen Forderungen. Demgegenüber belasteten die Sekundäreinkommen durch höhere laufende Übertragungen den Gesamtsaldo.
Die geografische Aufschlüsselung weist den größten bilateralen Überschuss gegenüber dem Vereinigten Königreich aus, mit 252 Milliarden Euro im Vierquartalszeitraum. Das höchste bilaterale Defizit wurde gegenüber China registriert und belief sich auf 184 Milliarden Euro. Gegenüber den Vereinigte Staaten verringerte sich der Überschuss in der Güterbilanz, während die Defizite im Dienstleistungsverkehr zunahmen.
Für die Einordnung gilt: Der anhaltende, wenn auch geschrumpfte Überschuss spiegelt eine robuste, aber sektorseitig veränderte Wettbewerbsfähigkeit der Eurozone wider. Die Abschwächung im Güterbereich deutet auf Sensitivitäten gegenüber globaler Nachfrage und Preisentwicklungen hin, während Teile der Dienstleistungen gegenläufige Impulse setzen. Die positive Position der internationalen Investitionen bestätigt zugleich die Rolle der Eurozone als Nettogläubiger gegenüber dem Rest der Welt und beeinflusst damit künftige Einkommensströme sowie Wechselkursrisiken.
Die Angaben stammen aus der statistischen Mitteilung der Europäische Zentralbank vom 2. Oktober 2026, die der Banco de España auf seiner Website in spanischer Sprache veröffentlicht hat. Titel, Kennziffern und Zeitbezüge wurden aus den Tabellen der Veröffentlichung übernommen und auf das zweite Quartal 2026 bezogen.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).