Kastilien und León

Erzbischof Argüello ruft zu nüchternem Blick auf den Tod und Loslösung von Ehre und Besitz auf

Luis Argüello, Erzbischof von Valladolid und Präsident der Spanischen Bischofskonferenz, hat zum Allerheiligenfest dazu aufgerufen, den Tod als Übergang zu denken und im Leben auf Güter und Ehren nicht fixiert zu sein.

Zum Allerheiligenfest hat Luis Argüello, Erzbischof von Valladolid und Präsident der Conferencia Episcopal Española, Gläubige zu einem nüchternen Umgang mit Endlichkeit und Trauer aufgerufen. Der Tod sei, so Argüello, kein bloßes Ende, sondern ein Übergang „a otra orilla de plenitud“. Diese Sicht helfe, „despegados de bienes y honores“ zu leben – also losgelöst von Gütern und Ehren, die das Leben verkomplizierten.

Seine Überlegungen legt Argüello in einer am 1. November veröffentlichten pastoralen Schrift mit dem Titel „Vida, muerte y vida plena“ dar. Er ordnet sie ausdrücklich in den Rahmen von Allerheiligen und Allerseelen ein, zwei Tagen, die in Spanien traditionell dem Gedenken an die Verstorbenen und der Hoffnung auf Auferstehung gewidmet sind. Das Gedenken biete, so der Erzbischof, einen Anlass, über Vergänglichkeit, Verantwortung und Trostquellen des Glaubens nachzudenken.

Argüellos Appell richtet sich gegen eine Verdrängung des Sterbens aus dem Alltag. Er warnt vor einem Lebensstil, der Status, Konsum und äußere Anerkennung absolut setze. Wer die Begrenztheit des Lebens annehme, könne Prioritäten klären, solidarischer handeln und Trauer gemeinschaftlich tragen. Zugleich würdigt er professionelle Begleitung in Krankheit und am Lebensende; sie solle die körperliche, seelische und spirituelle Dimension beachten.

Der Erzbischof unterscheidet zwischen Lehre und persönlicher Deutung: Christliche Hoffnung sei keine Vertröstung, sondern begründe seelsorgliche Praxis – von der Begleitung Hinterbliebener bis zur Auseinandersetzung mit Schuld und Vergebung. Er betont, dass Glaubensäußerungen im öffentlichen Raum legitime Beiträge zum gesellschaftlichen Gespräch seien, ohne politische Rezepte ersetzen zu wollen.

Als Präsident der Spanischen Bischofskonferenz verknüpft Argüello die seelsorgliche Perspektive mit der Realität in Spanien. Angesichts demografischer Alterung und wiederkehrender kollektiver Traueranlässe – etwa nach Unglücken oder Gewaltverbrechen – brauche es Orte des Erinnerns, Rituale der Gemeinschaft und eine Sprache, die weder verflacht noch moralisierend ist. Seine Schrift lädt Pfarreien des Erzbistums Valladolid und darüber hinaus ein, die Gedenktage als „Zeitfenster“ für Gespräch, Gebet und praktische Nächstenliebe zu nutzen.

Die Veröffentlichung stammt aus dem Erzbistum Valladolid und wurde am 1. November bekanntgemacht. Medienberichte aus Castilla y León griffen die zentralen Aussagen auf und ordneten sie in den Kontext der diesjährigen Feiern zu Allerheiligen und Allerseelen ein. Die Zitate sind der spanischen Originalfassung entnommen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen