Spanische und internationale Wetterdienste berichten am 22. September 2026 von einem sich weiter verstärkenden El Niño im tropischen Pazifik. Die Meerestemperaturen im äquatorialen Ostpazifik liegen klar über dem Schwellenwert für El Niño und stützen saisonale Vorhersagen, die für Spanien einen überwiegend milden Winter erwarten lassen. Das informelle Schlagwort „Niño Godzilla“ taucht erneut in der öffentlichen Debatte auf, um die außergewöhnliche Stärke des laufenden Ereignisses zu umschreiben; es ist jedoch keine wissenschaftliche Klassifikation.
Das Climate Prediction Center der NOAA führt in seinen jüngsten ENSO-Einschätzungen an, dass sich die Anomalien der Meeresoberflächentemperatur gefestigt haben und mit hoher Wahrscheinlichkeit bis in den Herbst und den Winter andauern. Der Copernicus Climate Change Service zeigt in aktuellen saisonalen Prognosen für Europa einen Trend zu überdurchschnittlichen Temperaturen. Für Spanien legen die Modellmittel westliche Strömungsmuster nahe, die Tiefdruckgebiete vom Atlantik häufiger auf die Iberische Halbinsel lenken könnten.
Die Agencia Estatal de Meteorología betont für die kommenden Monate zwei Aspekte: Erstens sei für Spanien insgesamt eine erhöhte Wahrscheinlichkeit milderer Bedingungen gegeben, besonders im Tiefland; zweitens bleibe die regionale Verteilung der Niederschläge unsicher. Nord- und Westspanien könnten wiederkehrend von atlantischen Sturmsystemen erfasst werden, während im Mittelmeerraum größere Schwankungen möglich sind. AEMET unterstreicht zugleich, dass auch in einem insgesamt milden Umfeld einzelne markante Kälteepisoden nicht ausgeschlossen sind – insbesondere dann, wenn sich großräumige Strömungen vorübergehend umstellen.
Fachleute trennen dabei klar Datenlage und Deutung: Messreihen aus dem Pazifik bilden die Grundlage der Prognosen, doch El Niño wirkt vor allem über statistische Wahrscheinlichkeiten. Regionale Effekte in Spanien hängen zusätzlich von internen Schwankungen der Atmosphäre ab, etwa von der Nordatlantischen Oszillation. Prognosen für Starkregen, Sturm oder Kälteeinbrüche über mehr als wenige Wochen bleiben deshalb mit erheblicher Unsicherheit behaftet.
Für den Winter 2026/27 gilt damit ein plausibles Basisszenario: Spanien erlebt insgesamt häufig mildere Temperaturen als im klimatologischen Mittel, begleitet von vermehrten Westlagen und einer erhöhten Wahrscheinlichkeit tiefer atlantischer Tiefdruckgebiete. Gleichzeitig sind kurzzeitige Kältephasen möglich. Behörden raten, kurzfristige Lageeinschätzungen und Warnungen der AEMET zu verfolgen, da diese die unvermeidlichen regionalen Unterschiede und raschen Entwicklungen genauer abbilden.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).