Der Consell d’Eivissa hat im Plenum am 25. September 2026 mehrere Bereiche des Stadtgebiets von Eivissa zu touristisch gesättigten Zonen und zu Bereichen der Umgestaltung erklärt. Betroffen sind der historische Kern (Casco Antiguo) und der Passeig Marítim sowie Platja d’en Bossa und Talamanca, allesamt im Gemeindegebiet von Eivissa auf Ibiza. Mit dem Beschluss beginnt ein geregeltes Verfahren, in dessen Verlauf ein strategisches Dokument erarbeitet, Kapazitäten analysiert und ein Beteiligungsprozess mit Anwohnern, Unternehmen und Institutionen durchgeführt wird. Erst danach sollen mögliche Einschränkungen, planungsrechtliche Anpassungen oder Förderinstrumente einzeln beschlossen werden.
Die Verwaltung begründet den Schritt mit der anhaltenden Belastung öffentlicher Infrastrukturen, der hohen Dichte touristischer Angebote und dem Modernisierungsbedarf älterer Beherbergungsbetriebe. Rechtsgrundlage sind die Bestimmungen der balearischen Tourismusgesetzgebung, insbesondere die Ley 8/2012 de Turismo de las Illes Balears, die den Inselfräten die Ausweisung übernutzter oder erneuerungsbedürftiger Zonen und den dazugehörigen Planungsprozess ermöglicht.
Politische und wirtschaftliche Reaktionen fallen unterschiedlich aus. Vertreter lokaler Geschäftsverbände und Teile der Kommunalpolitik sehen die Chance, Investitionen und Modernisierungen geordnet zu bündeln. Kritiker warnen vor Belastungen für Betriebe und Beschäftigte, falls die späteren Auflagen zu weit gingen. Der Consell d’Eivissa betont, Ziel sei nicht eine pauschale Beschränkung, sondern die Steuerung von Investitionen in öffentliche Räume, die Modernisierung von Kapazitäten und eine spürbare Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität für die Bevölkerung.
Der Beschluss reiht sich in eine breitere Debatte auf den Balearen über die Steuerung touristischer Spitzenbelastungen ein. In den vergangenen Monaten diskutierten Insel- und Regionalbehörden wiederholt Maßnahmen gegen illegale Ferienvermietung sowie Programme zur Erneuerung des Hotelbestands. Die jetzt beschlossene Einstufung markiert für die betroffenen Viertel von Eivissa den Übergang von politischen Ankündigungen zu einem formellen Verfahren mit belastbaren Analysen, klaren Zuständigkeiten und verbindlicher Beteiligung.
Konkrete Maßnahmen für die ausgewiesenen Zonen legt der Consell erst nach Abschluss der Studien und Anhörungen vor. Dann ist mit gesonderten Plenumsbeschlüssen zu rechnen, die für jede Teilzone unterschiedliche Schwerpunkte setzen können – von Vorgaben zur Nutzungsdichte über Qualitätsstandards bis zu Eingriffen im öffentlichen Raum.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).