In Donostia–San Sebastián hat die Ertzaintza am 24. September 2026 eine besetzte Lagerhalle in der Calle Jolastokieta im Stadtteil Herrera geräumt und anschließend versiegelt. Nach übereinstimmenden lokalen Berichten verlief der Einsatz ohne Zwischenfälle.
Die Bürgerinitiative Harrera Sarea gab an, die Räumung habe rund 30 Menschen getroffen, die in dem Pavillon übernachtet hatten. Eine Sprecherin der Initiative, Brenda Fernández, erklärte, die Betroffenen hätten in der Nacht zuvor eine schriftliche Mitteilung erhalten und damit „nicht einmal 24 Stunden“ Zeit gehabt, ihre wichtigsten Habseligkeiten zu sichern und den Ort aus eigener Kraft zu verlassen. Nach Angaben aus dem Umfeld der Initiative verließen mehrere Menschen den Bau noch vor Eintreffen der Einsatzkräfte.
Das baskische Sicherheitsdepartement bestätigte den Polizeieinsatz in Herrera. Demnach war die Halle beim Zugriff der Ertzaintza weitgehend leer; die Räumung und das anschließende Versiegeln des Zugangs dauerten nur kurze Zeit. Über etwaige städtische Unterbringungsangebote für die unmittelbar Betroffenen lagen zunächst keine Angaben vor.
Hintergrund ist eine Serie ähnlicher Maßnahmen in der Vaguada von Jolastokieta. Bereits in den Vormonaten kam es dort zu mehreren Räumungen von Industrie- und Lagerhallen, in denen zeitweise Menschen ohne Obdach Schutz gesucht hatten. Sozialverbände und Hilfsorganisationen kritisieren seit Längerem, kurzfristig verfügbare Notunterkünfte reichten in Donostia nicht aus. Harrera Sarea fordert von der Stadtverwaltung klare, verlässliche und transparente Kapazitäten für die Notfallunterbringung sowie eine bessere Koordination zwischen kommunalen Diensten und zivilgesellschaftlichen Initiativen.
Die Einschätzungen über den Charakter des aktuellen Einsatzes gehen auseinander: Während Harrera Sarea die sehr kurze Vorlaufzeit bemängelt und vor allem die sozialen Folgen für die Betroffenen betont, berichten andere lokale Medien von einem geordneten Ablauf, teils mit freiwilligem Verlassen der Halle durch die dort Übernachtenden. Offizielle Zahlen zu verfügbaren Plätzen in der kommunalen Notaufnahme sowie zu Angeboten für die konkret betroffenen Personen wurden bislang nicht veröffentlicht.
Fest steht: Der erneute Einsatz in Herrera verdeutlicht die angespannte Lage an der Calle Jolastokieta. Ob die Versiegelung der Halle die Situation nachhaltig ordnet oder Verdrängungseffekte verstärkt, bleibt offen. Entscheidungen der Stadt Donostia zu kurzfristigen Unterbringungsmöglichkeiten und zum weiteren Umgang mit besetzten Hallen sind für eine Entschärfung der Lage zentral.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).