Baskenland

Der Sprecher des Partido Popular in Gipuzkoa kritisiert Bündnisse seiner Partei mit Vox

Mikel Lezama bekräftigt in einem Interview bei Euskadi Irratia am 23. September 2026 seine Ablehnung von Absprachen des Partido Popular mit Vox und wirft anderen Parteien Doppelmoral bei Koalitionen vor.

Kurzmeldung

Der Sprecher des Partido Popular in den Juntas Generales von Gipuzkoa, Mikel Lezama, hat am 23. September 2026 im baskischsprachigen Programm von Euskadi Irratia erneut seine Ablehnung von Bündnissen seiner Partei mit Vox bekräftigt. „Das gefällt mir gar nicht“, sagte Lezama mit Blick auf Vereinbarungen, die der Partido Popular in verschiedenen Gebietskörperschaften angeblich eingegangen sei. Zugleich rief er dazu auf, das „mentale Korsett“ aufzubrechen, das PP und Vox programmatisch gleichsetze.

Lezama warf anderen Parteien Doppelmoral vor: Es sei nicht gerecht, den Partido Popular für Absprachen mit Vox zu kritisieren, wenn Zusammenschlüsse des PSOE mit Kräften wie EH Bildu oder Elkarrekin Podemos als legitim angesehen würden. Er behauptete, andere Fraktionen ließen den Partido Popular „allein“, sodass dieser gezwungen sei, sich mit Vox zu arrangieren, und fragte nach der Verantwortung der übrigen Parteien bei Mehrheitsbildungen in Kommunen und Provinzparlamenten.

Mit Blick auf Gipuzkoa verwies Lezama auf die Foralwahlen von 2023 und darauf, dass EH Bildu diese Wahlen gewonnen habe. Er stellte dar, der Partido Popular habe damals die Alternative von PNV und PSE-EE unterstützt, um eine Regierung von EH Bildu oder Elkarrekin Podemos zu verhindern. Diese Darstellung ist eine politische Einordnung; die konkreten Verhandlungen und Stimmenverhältnisse in den Juntas Generales wurden nach den Wahlen ausgehandelt und sind dokumentiert.

Der Vorstoß Lezamas ist Ausdruck einer innerparteilichen Positionierung: Er will Distanz zu Vox markieren, gleichzeitig aber andere Kräfte in die Pflicht nehmen, bürgerliche Alternativen ohne Beteiligung der extremen Rechten möglich zu machen. Sprachlich präzise zugeschriebene Kritik und die Bezugnahme auf konkrete Wahlergebnisse verankern seine Aussagen im lokalen Kontext des Baskenlands. Die Debatte über Koalitionen und Unterstützungspakte bleibt jedoch eine laufende, verhandelbare Frage auf kommunaler und provinzieller Ebene, in der strategische Zwänge und parlamentarische Mehrheiten das praktische Handeln bestimmen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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