Die Oppositionspartei Compromís hat am 5. November in València das Online‑Portal imPPostors vorgestellt. Nach ihrer Darstellung zahlen 94,6 Prozent der Haushalte der Stadt im Jahr 2026 mehr kommunale Abgaben als 2023. Das entspreche, so die Partei, rechnerisch 765.922 Einwohnerinnen und Einwohnern. Als Hauptgrund nennt Compromís, dass die nominell beworbene Senkung der Grundsteuer (IBI) durch höhere Abfallgebühren und steigende Wasserpreise mehr als aufgehoben werde. Die größte Entlastung falle laut der Partei in einkommensstarken Vierteln an.
Das Ayuntamiento de València, geführt von Bürgermeisterin María José Catalá (Partido Popular) in Koalition mit Vox, weist die Lesart zurück. Die Stadt verweist auf beschlossene Ordenanzas fiscales für 2026, die eine Absenkung des allgemeinen IBI‑Hebesatzes, spezifische Bonifikationen und weitere Entlastungen vorsehen. Nach Darstellung des Rathauses sollen die Maßnahmen seit 2024 beziehungsweise 2025 wirksam sein und die Steuerlast insgesamt senken. Eine pauschale Mehrbelastung fast aller Haushalte treffe nicht zu.
Mehrere lokale Medien dokumentierten am 5. November die Präsentation von Compromís und die Reaktionen der Stadtregierung. In den Berichten wird darauf hingewiesen, dass die Opposition ihre Berechnungen auf Antworten aus parlamentarischen Anfragen und auf öffentlich zugängliche Verwaltungsdaten stützt. Compromís kündigte an, die zugrunde liegenden Tabellen über imPPostors zugänglich zu machen. Aus Sicht des Rathauses fehlt bislang jedoch ein vollständiger Abgleich mit den amtlichen Haushalts- und Gebührenordnungen der Jahre 2023 bis 2026.
Im Kern geht es um die Frage, ob Einzeleffekte – etwa eine IBI‑Senkung – durch höhere laufende Posten wie Abfallgebühr und Wasserpreis überkompensiert werden und welche Haushaltsgruppen davon betroffen sind. Compromís spricht von einer verdeckten Steuererhöhung, die untere und mittlere Einkommen treffe, während wohlhabendere Viertel entlastet würden. Die Stadtregierung betont dagegen, mit der IBI‑Politik und zielgerichteten Ermäßigungen breite Entlastungen geschaffen zu haben und verweist auf formelle Beschlüsse des Stadtrats.
Für eine unabhängige Bewertung sind die vollständigen Rechenwege, die Gebietszuschnitte der betrachteten Viertel sowie der Abgleich mit den beschlossenen Ordenanzas fiscales und den tatsächlichen Gebührenbescheiden maßgeblich. Bis dahin bleibt der Streit politisch zugespitzt: Compromís reklamiert eine Netto‑Mehrbelastung für die große Mehrheit der Bevölkerung, das Ayuntamiento de València hält an der Linie fest, die Steuerlast insgesamt gesenkt zu haben.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).