Wirtschaft

Comisiones Obreras kündigt Mobilisierungen im Bankensektor an und fordert Gehaltsanhebungen von bis zu sieben Prozent

Der Gewerkschaftsbund Comisiones Obreras (CCOO) hat in Madrid Forderungen für den neuen Branchen‑Tarifvertrag vorgelegt: Lohnerhöhungen zwischen vier und sieben Prozent, maximal 1.600 Arbeitsstunden pro Jahr und Proteste ab Oktober 2026.

Kurzmeldung

Der Gewerkschaftsbund Comisiones Obreras hat am 17. September 2026 in Madrid seine Verhandlungspositionen für die anstehende Erneuerung des Tarifvertrags im Bankensektor vorgestellt und zugleich eine Phase koordinierter Mobilisierungen angekündigt. Das derzeitige Abkommen läuft Ende Dezember 2026 aus; die formalen Verhandlungen sollen nach Angaben der Organisation Anfang 2027 beginnen. Kernforderung ist eine gestaffelte Lohnsteigerung von bis zu sieben Prozent im ersten Jahr (2027) und vier Prozent jährlich für die folgenden drei Jahre, verbunden mit einer jährlichen Indexanpassung.

Weitere zentrale Forderungen sind eine Begrenzung der Jahresarbeitszeit auf maximal 1.600 Stunden sowie arbeitsorganisatorische Maßnahmen zur Entlastung von Filial‑ und Zentralpersonal. CCOO beruft sich auf eine interne Befragung aus dem Frühjahr 2026, wonach ein sehr großer Anteil der Beschäftigten eine deutliche Zunahme der Arbeitsbelastung meldet. Der für den Sektor zuständige Gewerkschafter Javier de Dios nannte als Ziel, Beschäftigten mindestens einmal im Monat ein drei‑tägiges Wochenende zu ermöglichen und die Regelungen für Tele‑ und Präsenzarbeit mit digitaler Abschaltregelung zu verbessern.

Die Organisation warnt vor einem „otoño caliente“ (heißer Herbst) und plant ab Oktober 2026 landesweite Kundgebungen vor Hauptsitzen größerer Institute; für die erste Dezemberhälfte wird ein zweistündiger Streik nicht ausgeschlossen. CCOO begründet die Eskalationsdrohung mit anhaltenden Personalabbaumaßnahmen und hohen Erträgen der großen Banken in den vergangenen Jahren; diese Gewinne müssten nach Ansicht der Gewerkschaft stärker in Personal, Entlohnung und Gesundheitsschutz reinvestiert werden.

Sowohl die Lohnforderungen als auch die Arbeitszeitziele sind bisher Verhandlungspositionen. Ob und in welchem Umfang sie in den neuen Tarifvertrag für den Zeitraum 2027–2030 Eingang finden, entscheidet sich in den kommenden Verhandlungsrunden mit den Arbeitgeberverbänden. Arbeitgeberreaktionen lagen zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch nicht vor. Der veröffentlichte Sektorbericht trägt den Titel El Momento es Ahora und dient CCOO als Grundlage für die geplanten Aktionen.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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