Aragón

Codo stoppt vorerst vier Schweinemastanlagen wegen Befangenheitsvorwurfs

Der Gemeinderat von Codo (Zaragoza) hat die Einstufung von vier geplanten Schweinemastanlagen als von öffentlichem Interesse ausgesetzt, nachdem Bürgermeister und Abgeordneter Raúl Cuevas (Partido Popular) sich wegen eines möglichen Interessenkonflikts aus dem Verfahren zurückzog.

Der Gemeinderat von Codo in der Provinz Zaragoza hat die Erklärung von vier geplanten Schweinemastanlagen als von öffentlichem Interesse vorläufig ausgesetzt. Auslöser war die Anfechtung des sozialistischen Ratsmitglieds Juan Villuendas gegen einen Beschluss aus einer außerordentlichen Sitzung vom 4. September 2026. Der Bürgermeister von Codo, Raúl Cuevas (Partido Popular), hatte zunächst an dem Verfahren mitgewirkt, sich nach Einwänden wegen möglicher familiärer Interessen jedoch für befangen erklärt und seine Mitwirkung beendet. Die Aussetzung wurde am 1. Oktober 2026 öffentlich gemacht.

Nach übereinstimmenden lokalen Berichten liegen drei der vier Vorhaben auf Grundstücken, die Angehörigen von Cuevas gehören. In dem rund 200 Einwohner zählenden Ort würden die Projekte den Schätzungen zufolge jährlich etwa 100 Millionen Liter Wasser benötigen. Codo kämpft seit 2023 mit Problemen bei der Trinkwasserversorgung. Die umstrittenen Vorhaben umfassen demnach zwei Mastanlagen mit mehreren Tausend Tieren sowie zwei Aufzuchtbetriebe.

Formell läuft parallel ein Verfahren zur Wasserentnahme, das im Boletín Oficial del Estado bekanntgemacht wurde. Zuständig ist die Confederación Hidrográfica del Ebro, die ein öffentliches Anhörungsverfahren eröffnet hat. Aus dem Rathaus heißt es, die Gemeindesekretärin prüfe die Folgerungen aus der nachträglichen Selbstablehnung des Bürgermeisters. In Betracht kommen eine erneute Beratung des Rats unter Ausschluss befangener Mitglieder sowie verwaltungsrechtliche Überprüfungen einzelner Schritte.

Der Vorwurf eines Interessenkonflikts steht im Mittelpunkt der politischen Debatte im Ort und in der Region Aragón. Befürworter der Vorhaben verweisen auf potenzielle Investitionen und Arbeitsplätze, Kritiker auf die Wasserknappheit, Geruchs- und Umweltbelastungen sowie die Eigentumsverhältnisse der Flächen. Der einzige sozialistische Rat in Codo, Juan Villuendas, hatte die Mitwirkung von Raúl Cuevas bereits in der Sitzung beanstandet und anschließend den Ratsbeschluss angefochten.

Raúl Cuevas sitzt für den Partido Popular im Congreso de los Diputados. In der Gemeinde Codo am Rande der Provinzhauptstadt Zaragoza hat sein Rollenwechsel vom kommunalen Entscheider zum befangenen Beteiligten die Verfahren ausgebremst. Wie es weitergeht, hängt nun von den verwaltungsrechtlichen Prüfungen und den Stellungnahmen im Anhörungsverfahren ab. Solange bleibt die Einstufung der vier Anlagen als von öffentlichem Interesse ausgesetzt.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk