Die Policía Nacional hat in Ceuta drei Verdächtige festgenommen und bei einem Einsatz in der Barriada del Príncipe eine überfüllte Wohnung entdeckt. Dort hielten sich nach Angaben des Ministerio del Interior zehn Menschen auf, darunter vier Minderjährige. Der Einsatz fand in der Nacht zum 4. November 2026 statt. Die vorgefundenen Personen wurden zunächst versorgt und in das Centro de Atención Temporal de Extranjeros (CATE) gebracht, eine von der Policía Nacional betriebene Einrichtung zur kurzfristigen Aufnahme und Registrierung.
Eine der Betroffenen gab den Ermittlern zufolge an, in der Wohnung sexuell angegriffen worden zu sein. Sie beschrieb Symptome, die auf eine Verabreichung von Substanzen hindeuten; die Polizei spricht von einem möglichen Fall mutmaßlicher chemischer Betäubung. Ein weiterer Betroffener berichtete laut der Polizei von fortgesetzter Einschüchterung und Freiheitsbeschränkung. Bei der Durchsuchung stellten die Beamtinnen und Beamten nach Ministeriumsangaben Beweismittel sicher, darunter einen großen Holzknüppel sowie ein Glas mit Tablettenresten. Die Funde werden kriminaltechnisch untersucht; unabhängige medizinische Befunde zur Frage einer möglichen Betäubung stehen noch aus.
Den Festgenommenen werden unter anderem Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung, Förderung irregulärer Migration, Freiheitsberaubung, Nötigung und sexuelle Gewalt zur Last gelegt. Die Staatsanwaltschaft ist eingebunden; über Vorführungen vor Gericht und weitere Maßnahmen wird nach Auswertung der Beweise entschieden. In Spanien obliegt die Leitung des Polizei-Einsatzes dem Ministerio del Interior, die strafrechtliche Einordnung und mögliche Anklageerhebung liegen bei der Staatsanwaltschaft und den zuständigen Ermittlungsgerichten.
Die Ermittlungen knüpfen an Hinweise an, die im Zuge verstärkter Polizeiarbeit seit dem Sommer eingegangen sein sollen. Demnach sollen zwei Geschwister am 30. Juli spanisches Hoheitsgebiet erreicht und sich anschließend gegen Zahlung in der Wohnung im Viertel Príncipe Alfonso aufgehalten haben. In lokalen Berichten wird für solche Unterkünfte der Begriff „piso patera“ verwendet; die Polizei verweist auf die Enge und die Überbelegung als Risiko für Gesundheit und Sicherheit. Aus Polizeikreisen heißt es, die Betroffenen hätten ihre Aussagen im Beisein von Fachkräften wiederholt. Zur Identität der Festgenommenen sowie zur Herkunft der Betroffenen machen die Behörden bislang keine detaillierten Angaben. Die Polizei betont, es gelte die Unschuldsvermutung, bis ein Gericht über die erhobenen Vorwürfe entschieden hat.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).