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Ceuta-Ermittlungen: Zeuge weist Verdacht als marokkanischer Informant zurück

Vor der Audiencia Nacional wiesen Nebenkläger am 28. Oktober auf mögliche Verbindungen eines marokkanischen Ex-Gendarmen zu Rabat hin. Der Zeuge bestritt eine Tätigkeit für Geheimdienste und sprach von dienstlicher Koordination.

In der Untersuchung der massenhaften Grenzübertritte nach Ceuta Ende Juli hat es am 28. Oktober neuen Streit um die Glaubwürdigkeit eines Zeugen gegeben. Vor der Audiencia Nacional in Madrid bezweifelten Vertreter der Nebenklage sowie die Regierung von Ceuta die Unabhängigkeit eines per Videokonferenz vernommenen Marokkaners. Der frühere Gendarm Hicham E. B. wurde nach Angaben aus dem Verfahren ausdrücklich gefragt, ob er für marokkanische Nachrichtendienste gearbeitet habe. Er verneinte dies, räumte jedoch ein, in seiner Dienstzeit am Flughafen dienstlich mit entsprechenden Stellen „koordiniert“ zu haben.

Die Vorsitzende Ermittlungsrichterin María Tardón führt das Verfahren zu den Ereignissen vom 30. Juli 2026 und 31. Juli 2026 in Ceuta. Nach übereinstimmenden Medienberichten und Gerichtsangaben steht die These im Raum, dass marokkanische Behörden den Zustrom über den Strandabschnitt am espigón del Tarajal zumindest zeitweise nicht unterbanden. Tardón hatte in der Vorwoche die spanische Regierung aufgefordert, sicherheitsrelevante Unterlagen für das Verfahren zu desclasificar documentos. Zudem hörte sie mehrere Verantwortliche der Stadt Ceuta sowie Einsatzkräfte an.

Die Nebenkläger begründen ihren Verdacht gegen Hicham E. B. damit, dass er als früherer Angehöriger der Gendarmería Real Detailkenntnisse über Abläufe in Grenznähe habe und seine Aussagen teils im Widerspruch zu Schilderungen spanischer Einsatzkräfte stünden. Der Zeuge wies den Vorwurf eines „Infiltrado“ zurück. Bestätigt ist bislang lediglich, dass er Kontakte aus seiner früheren Funktion unterhielt; ein direkter Einsatzauftrag marokkanischer Dienste blieb unbewiesen.

Parallel dazu wurden weitere Belastungs- und Entlastungszeugen gehört. Ein Offizier der Guardia Civil berichtete, Marokko habe unmittelbar vor dem Ereignis sechs Marineschiffe vor Ceuta verlegt. Spanische Sicherheitskreise deuten dies als Indiz für eine höhere Aufmerksamkeit Rabats in den betreffenden Tagen; ob daraus operative Schlüsse für die Grenzsteuerung folgen, bleibt offen.

Die Audiencia Nacional untersucht, ob spanische Behörden sowie externe Akteure rund um den 30. Juli 2026 Fehler begingen oder pflichtwidrig handelten. Der spanische Nachrichtendienst CNI ist im Kontext der begehrten Aktenfreigaben mittelbar berührt; über Inhalte gesperrter Papiere ist nichts veröffentlicht. Die Richterin trennt in ihren Anordnungen ersichtlich zwischen gesicherten Tatsachen, zugeschriebenen Motiven und politischen Bewertungen. Ein Ergebnis der Beweisaufnahme liegt nicht vor.

Die politische Führung der Stadt Ceuta dringt auf schnelle Klärung, um Verantwortlichkeiten für die Grenzübertritte festzustellen. Prozessual nächste Schritte hängen von der Auswertung der Aussagen, der Verfügbarkeit der angeforderten Akten und weiteren Zeugenladungen ab.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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