Aktuell

Ceuta: Angriffe gegen Einheimische nach Verwechslungen häufen sich

In Ceuta mehren sich laut übereinstimmenden Berichten Übergriffe auf Einheimische, die bei Protesten fälschlich für irregulär Eingereiste gehalten wurden. Betroffene erstatten Anzeigen, Behörden prüfen.

In der spanischen Exklave Ceuta sind in den vergangenen Tagen mehrere Übergriffe gemeldet worden, bei denen Einheimische bei Protesten und im Stadtzentrum fälschlich für irregulär Eingereiste gehalten und beschimpft oder attackiert wurden. Am 9. September wurden neue Fälle öffentlich, darunter ein Vorfall bei einer Demonstration am 6. September 2026: Eine 13‑jährige Schülerin wurde nach Zeugenaussagen als „invasora“ und „tuberculosa“ beschimpft und zur Ausweiskontrolle gedrängt. Lokale Medien berichten zudem von einer körperlichen Attacke auf einen Mann in der Innenstadt, der ebenfalls als Migrant fehlinterpretiert worden sei. Mehrere Betroffene haben Anzeige erstattet; die Polizei prüft die Vorwürfe.

Die Berichte folgen auf eine Zuspitzung seit Ende Juli, als es in Ceuta zu massenhaften Grenzübertritten kam und daraufhin wiederholt demonstriert wurde. Nach Angaben der Agentur EFE und lokaler Redaktionen wurden in den vergangenen Wochen auch islamfeindliche Sprechchöre angezeigt. Die Staatsanwaltschaft befasst sich mit entsprechenden Hinweisen. El Faro de Ceuta dokumentierte jüngst mehrere Anzeigen von Familien und Beschäftigten im sozialen Bereich, die bei Protesten bedrängt oder angegriffen worden seien.

Die Zentralregierung hat am 25. August 2026 per Beschluss im Boletín Oficial del Estado den Krisenbezug für die nationale Sicherheit festgestellt und Maßnahmen für Ceuta angekündigt, darunter finanzielle Hilfen und eine engere Koordination der Sicherheitskräfte. La Moncloa bekräftigte Anfang September den Anspruch, öffentliche Ordnung zu sichern und den Schutz von Bewohnerinnen und Bewohnern sowie von Einsatzkräften zu gewährleisten. Ob diese Schritte die Spannungen rasch mindern, ist offen; die Umsetzung wird von Polizei und Verwaltung in den kommenden Wochen konkretisiert.

Nach übereinstimmenden Darstellungen vor Ort trägt die aufgeheizte Lage zu Fehlzuordnungen bei: Menschen mit dunkler Hautfarbe, muslimischen Namen oder erkennbar nordafrikanischem Hintergrund berichten von Beschimpfungen, Ausweiskontrollen durch Nichtbefugte und Angst, sich bei größeren Menschenansammlungen zu bewegen. Familien schildern Einschränkungen im Alltag und fordern verlässlichen Schutz bei öffentlichen Veranstaltungen.

Gewerkschaften, Menschenrechtsorganisationen und lokale Verbände verlangen konsequentere Ermittlungen und Ahndungen von Hass‑ und Gewalttaten, klare Auflagen für Demonstrationen sowie eine deutliche Kommunikation der Behörden, um pauschale Verdächtigungen zu unterbinden. Polizei und Staatsanwaltschaft prüfen die Anzeigen; belastbare Zahlen zu Ermittlungsständen liegen noch nicht vor. Die politische Bewertung der Vorgänge bleibt umstritten, doch die dokumentierten Fälle setzen die Sicherheitsbehörden in Ceuta unter Handlungsdruck.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk