Kastilien-La Mancha

Castilla-La Mancha wirbt in Toledo für integriertes Vorgehen gegen Waldbrände

Die Regionalregierung präsentierte in Toledo vor dem Europäischen Ausschuss der Regionen ihr Präventionsmodell Infocam und regte einen freiwilligen Finanzierungsmarkt für vorbeugende Maßnahmen an.

Die Regierung von Castilla-La Mancha hat in Toledo vor der Fachkommission für natürliche Ressourcen des Europäischen Ausschusses der Regionen ihren Ansatz zur integrierten Waldbrandvorsorge und -bekämpfung vorgestellt. Die Regionalministerin für nachhaltige Entwicklung, Mercedes Gómez, betonte, die Strategie beruhe auf Prävention, Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Landschaft und enger Beteiligung der Bevölkerung. Als operatives Rückgrat präsentierte sie Infocam, den regionalen Waldbranddienst, den die Regierung als nationales und internationales Referenzmodell sieht.

Gómez verwies auf die außergewöhnliche Belastung der laufenden Brandsaison: Nach Regierungsangaben waren in diesem Jahr rund 41.000 Hektar in 1.306 Ereignissen betroffen, davon etwa 1.100 Entstehungsbrände und 206 Feuer mit mehr als einem Hektar betroffener Fläche. Als prägendes Ereignis nannte sie den Brand von La Mierla in der Provinz Guadalajara. Die Regionalregierung leitet daraus die Notwendigkeit ab, vorbeugende Maßnahmen dauerhaft zu verstärken und die Einsatzbereitschaft ganzjährig abzusichern.

Mit Blick auf die Finanzierung schlug Castilla-La Mancha vor, einen freiwilligen Markt für Gutschriften zu prüfen, deren Erlöse gezielt in präventive Eingriffe fließen sollen, etwa in Waldpflege, Brandschneisen, Wiederbewaldung und Schulungen. Die Ministerin stellte in Aussicht, private Mittel dabei komplementär zu öffentlichen Programmen zu nutzen, ohne die bestehenden Zuständigkeiten der Regionen zu verändern. Nach Darstellung der Regionalregierung könnte ein solches Instrument ländliche Räume wirtschaftlich stärken und zugleich die Klimaanpassung unterstützen.

Zugleich hob Gómez die operative Koordinierung hervor: In größeren Lagen arbeitet Infocam mit staatlichen Kräften zusammen, darunter der Unidad Militar de Emergencias, sowie mit Nachbarregionen. Die Regierung verweist auf präventive Eingriffe in besonders gefährdeten Perimetern und auf die personelle und materielle Aufstockung des Dienstes in diesem Jahr. Kritik aus der Opposition an Ausstattung und Taktik begegnete sie mit dem Hinweis auf die extreme Wetterlage und auf die dokumentierten Vorbeugemaßnahmen.

Der Auftritt in Toledo diente nach Angaben der Regionalregierung auch dem Erfahrungsaustausch mit europäischen Partnern. Diskutiert wurden vor allem Wege, Prävention systematisch in Raumordnung, Forstwirtschaft und kommunale Planung einzubetten. Castilla-La Mancha bewirbt sein Modell als Baustein einer breiteren europäischen Antwort auf häufiger werdende Großbrände – mit dem Vorrang, Risiken zu mindern, bevor sie zu Einsätzen werden.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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