Rund die Hälfte der Baumscheiben in Madrid ist nach einer großen Bürgerkartierung in einem Zustand, der Bäumen schadet. Das geht aus den Ergebnissen des Ecomapeo Estatal hervor, an dem am 3. und 4. Oktober in der Hauptstadt 242 Freiwillige mehr als 12.000 Standorte erfasst haben. Die Auswertungen der Teilnehmenden bewerten etwa jeden zweiten untersuchten Standort als „asfixiante“, also baumfeindlich, etwa wegen zu kleiner Erdflächen, stark versiegelter Mulden oder vollständig vom Stamm ausgefüllter Pflanzgruben.
Der aktuelle Anlass ist die gebündelte Veröffentlichung der Madrider Zwischenergebnisse, die am 14. Oktober aufgenommen wurden. Der Ecomapeo Estatal wurde von mehreren Umwelt- und Nachbarschaftsorganisationen organisiert. In ganz Spanien beteiligten sich nach Angaben der Initiatoren rund 2.000 Menschen. Ziel der Aktion ist ein verlässliches, georeferenziertes Lagebild des städtischen Baumbestands, das Kommunen und Öffentlichkeit gleichermaßen zugänglich ist.
Für Madrid zeigen die Datensätze, dass sich problematische Baumscheiben über zahlreiche Bezirke verteilen. Häufig genannte Mängel sind unzureichendes Erdvolumen, Beton- oder Asphaltabschlüsse bis an den Stamm sowie fehlende oder defekte Einfassungen. Solche Bedingungen behindern das Wurzelwachstum, verschärfen Trockenstress und verkürzen die Lebensdauer der Bäume. Neben den kritischen Fällen wurden auch leere oder mit abgestorbenen Bäumen belegte Standorte inventarisiert, um Nachpflanzungen zu erleichtern.
Zugeschrieben wird die Einstufung „die Hälfte ist asfixiante“ den Freiwilligenbewertungen auf der Plattform Ecomapa. Verbindliche Zusagen der Stadt liegen bislang nicht vor. Der Ayuntamiento de Madrid hat auf die nun vorliegenden Zwischenergebnisse nach jetzigem Stand nicht mit konkreten Maßnahmenplänen reagiert. Ob die Verwaltung kurzfristig Sanierungen, das Vergrößern von Baumscheiben oder den Einsatz durchwurzelbarer Beläge priorisiert, ist offen.
Die Veranstalter betonen, der Ecomapeo Estatal sei eine Momentaufnahme, die politischen Handlungsbedarf sichtbar mache. Fachlich naheliegende Schritte wären nach ihrer Darstellung die Entsiegelung beengter Mulden, die Erhöhung des durchwurzelbaren Volumens, die Nachpflanzung fehlender Bäume und eine kontinuierliche Pflegekontrolle. In der Summe könnte dies die Hitzebelastung in dicht bebauten Vierteln mindern und die Vitalität des Stadtgrüns erhöhen. Ohne eine systematische Auswertung und Beschlusslage des Ayuntamiento de Madrid bleiben die Ergebnisse vorerst ein zivilgesellschaftlicher Impuls – mit Potenzial, kommunale Prioritäten neu zu ordnen.
Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).