Wirtschaft

BofA-Umfrage: Fondsmanager setzen Spaniens Aktienmarkt an die Spitze Europas

Knapp ein Viertel der befragten Manager will Spanien in den kommenden zwölf Monaten übergewichten – vor Deutschland und deutlich vor Frankreich.

Die spanische Börse ist nach der jüngsten European Fund Manager Survey von Bank of America die bevorzugte Wahl professioneller Anleger in Europa. In der zwischen 7. und 13. August 2026 durchgeführten Befragung nannten nahezu 25 Prozent der 203 Panelisten – sie verwalten zusammen Vermögen von 581 Milliarden US‑Dollar – den spanischen Markt als Kandidaten für ein Übergewicht in den nächsten zwölf Monaten. Deutschland folgte mit rund 18 Prozent, während Frankreich deutlich schwächer abschnitt.

Als wesentlicher Grund gilt die hohe Bankengewichtung im Leitindex Ibex 35. Die sechs großen Institute BBVA, Banco Santander, CaixaBank, Banco Sabadell, Bankinter und Unicaja stehen zusammen für über 40 Prozent des Index und prägen damit die Wahrnehmung des Marktes. Unterstützt wird die Präferenz durch die kräftige Indexentwicklung im Jahresverlauf 2026: Der Ibex 35 bewegte sich zuletzt nahe 20.000 Punkten und liegt seit Jahresbeginn deutlich im Plus. Viele Teilnehmer führen dies mit auf die Erwartung zurück, dass die Gewinnschätzungen je Aktie in Europa angehoben werden.

Die Umfrage weist zugleich auf einen erhöhten Risikoappetit hin: Ein großer Teil der Befragten rechnet mit einer weiteren Aufwärtsentwicklung europäischer Aktien und mit positiven Revisionen der Unternehmensgewinne. Diese Einschätzungen sind Erwartungen der Teilnehmer und keine Fakten über künftige Erträge.

Marktbeobachter verweisen auf die Kehrseite der starken Bankenlastigkeit: Eine Konzentration auf wenige, schwer gewichtete Titel erhöht die Verwundbarkeit des Marktes gegenüber sektorspezifischen Schocks, etwa unerwarteten regulatorischen Eingriffen, steigenden Risikokosten in den Kreditbüchern oder einer abrupten Kehrtwende im Zinsumfeld. Für Spanien ist diese Sektorkonzentration besonders relevant, weil geldpolitische Entscheidungen der Europäischen Zentralbank und die Konjunkturentwicklung im Euroraum den Bewertungsrahmen der Banken wesentlich bestimmen.

Die Ergebnisse der Bank of America-Umfrage deuten damit auf eine taktische Bevorzugung Spaniens hin – getragen vor allem von Bankenwerten und der Hoffnung auf steigende Gewinne. Ob sich daraus eine dauerhafte Übergewichtung ableitet, hängt nach Einschätzung vieler Marktteilnehmer von der weiteren Sektordynamik im Finanzbereich sowie externen Faktoren wie Geldpolitik und geopolitischen Risiken ab. Die Aussagen der Befragten sind Einschätzungen und keine Garantien für künftige Kursverläufe.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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