Zehn Jahre nach dem Start verzeichnet Bizum in Spanien 32,5 Millionen Nutzerinnen und Nutzer, rund 40 Zahlungen pro Sekunde und ein kumuliertes Transfervolumen von etwa 310 Milliarden Euro. Nach Angaben aus dem Jubiläumsakt werden damit rund 70 Prozent der erwachsenen Bevölkerung erreicht. Die Kennzahlen markieren den bisherigen Höhepunkt der Verbreitung des von spanischen Banken getragenen Systems für Sofortüberweisungen per Mobiltelefon.
Bizum wurde 2016 als Gemeinschaftsprojekt des Bankensektors gegründet, um einfache Zahlungen von Handy zu Handy zu ermöglichen. „Die Idee war, dass zwei Personen sich mit dem Mobiltelefon Geld schicken können“, sagte Fernando Rodríguez, stellvertretender Generaldirektor für Internationale Expansion bei Bizum, bei der Feier zum zehnjährigen Bestehen. Ein früher Schub kam 2017 mit der Einführung von Spendenfunktionen; seither wurden mehr als 4,3 Millionen Zahlungen für Hilfsaufrufe abgewickelt, unter anderem in der Pandemie Covid-19 und nach dem Vulkanausbruch auf La Palma. Im November 2019 folgte die Integration in den E-Commerce. Inzwischen lässt sich Bizum zunehmend auch an Kassenterminals einsetzen, unter anderem per NFC. Der durchschnittliche Betrag bei Zahlungen zwischen Privatpersonen liegt nach Unternehmensangaben inzwischen bei rund 55 Euro.
Die Entwicklung erklärt sich durch die breite Einbindung im Bankensystem, die niedrige Hürde für die Aktivierung in Banking-Apps und die wachsende Akzeptanz im Handel. Angaben aus Unternehmensmitteilungen und Branchenberichten zufolge überschritt Bizum bereits 2025 die Marke von einer Milliarde Transaktionen im Jahr. Für das laufende Jahr deuten die bisherige Nutzung und der Ausbau im stationären Handel auf weiteres Wachstum hin, ohne dass daraus belastbare Marktanteils- oder Erlösprognosen ableitbar wären.
Vor Bizum liegt der Schritt zur europäischen Skalierung. Das Unternehmen arbeitet daran, sein Angebot über Spanien hinaus anschlussfähig zu machen. Damit stellen sich Fragen zur Interoperabilität mit anderen Sofortzahlungsverfahren, zu Sicherheits- und Betrugsprävention sowie zu Gebührenmodellen für Zahlungen im Handel. Auch regulatorisch bleibt Bewegung: Datenschutzanforderungen, Vorgaben zu starken Kundenauthentifizierungen und wettbewerbsrechtliche Rahmenbedingungen setzen die Leitplanken für die weitere Expansion. Klar ist: Die starke Nutzung im Alltag – vom Aufteilen einer Restaurantrechnung bis zur Spende – hat das Verfahren in Spanien zum Standard für Kleinst- und Kleinbeträge gemacht; ob und wie schnell dieses Modell europaweit trägt, hängt nun von technischen und institutionellen Anschlusslösungen ab.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).