Bilbao hat nach heftigem Starkregen am Samstagabend rund 200 Einsätze registriert. Nach Angaben des Ayuntamiento de Bilbao häuften sich die Vorfälle vor allem zwischen 19.00 und 21.00 Uhr, als in kurzer Zeit außergewöhnlich viel Wasser fiel. Besonders betroffen war das Casco Viejo, wo in engen Gassen zeitweise Wasser bis zur Kniehöhe stand und zahlreiche Geschäfte, Portale und Garagen überschwemmt wurden. Auch am Teatro Arriaga kam es zu Stromunterbrechungen.
Feuerwehr und Policía Municipal waren im Dauereinsatz und wurden durch Fahrzeuge des städtischen Wasser- und Reinigungsdienstes unterstützt, die über Nacht in Bereitschaft blieben. Die Stadt mobilisierte am Sonntag zusätzliche Teams für die Reinigung und die Abfuhr beschädigter Möbel und Waren, die Anwohner und Händler auf die Straßen gestellt hatten.
Zur Ursache teilten städtische Stellen mit, die Kontrollen der Schachtbauwerke hätten ergeben, dass die Arquetas in Ordnung seien, das Netz aber „in Belastung gegangen“ sei. Das heißt, es drang deutlich mehr Regenwasser ein, als die Kanalisation kurzfristig aufnehmen konnte. Um Rückstauungen und weitere Überflutungen im innerstädtischen Bereich zu vermeiden, wurde ausnahmsweise entschieden, Wasser kontrolliert in die Ría abzuleiten. Diese Maßnahme wurde als außergewöhnlich bezeichnet und auf die akute Überlastung durch die Intensität des Niederschlags zurückgeführt.
Die Zahlen der Stadt ergänzen die Zwischenbilanz des Centro de Emergencias de Euskadi. Dort verzeichnete SOS Deiak bis 20.30 Uhr 150 witterungsbedingte Vorfälle in der Provinz Bizkaia, davon 137 in Bilbao. Mit fortschreitender Erfassung summierten sich die Vorgänge auf rund 200 städtisch bearbeitete Einsätze. Neben lokalen Überflutungen wurden zeitweilige Verkehrsbehinderungen gemeldet.
Meteorologisch handelte es sich nach ersten Auswertungen um ein lokal sehr intensives Ereignis. Konkrete Schadenssummen liegen noch nicht vor; die Stadt will die Auswirkungen in den kommenden Tagen erfassen und notwendige Anpassungen an der Entwässerungsinfrastruktur prüfen. Aussagen über strukturelle Mängel gelten bis zum Abschluss dieser Prüfungen als vorläufig. Fest steht, dass die Niederschlagsmengen die kurzfristige Aufnahmekapazität des Netzes überschritten und damit die ungewöhnliche Ableitung in die Ría erforderlich machten.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).