Bargeld bleibt in Spanien ein zentrales Zahlungsmittel für den Alltag, vor allem in kleineren Gemeinden. Nach der fünften Auflage der Studie „Hábitos y percepción de los españoles respecto al sector bancario 2026“ von Nickel nennen 59,3 Prozent der Befragten als wesentlichen Vorteil des Bargelds die Möglichkeit, in kleinen Geschäften zu zahlen, die keine Karten akzeptieren. Die Ergebnisse wurden am 28. Mai 2026 vorgestellt. Sie korrespondieren mit dem „Informe de Inclusión Financiera 2025“ der Banco de España sowie dem „Estudio sobre Hábitos en el Uso del Efectivo (EHUE)“, die belegen, dass in zahlreichen Gemeinden der physische Zugang zu Bankdienstleistungen eingeschränkt ist und Bargeld eine tragende Rolle behält.
Nickel, ein Zahlungsdienstleister, der Kontoeröffnungen sowie Ein- und Auszahlungen in Tabakläden und Lotteriestellen ermöglicht, berichtet zudem, mehr als die Hälfte der Befragten habe bereits einmal kein Bargeld abheben können, weil in erreichbarer Nähe kein Geldautomat verfügbar war. Die Erhebung zeichnet Bargeld als praktisches Sicherungsinstrument für Ausgaben in Bars, Märkten und kleinen Läden – gerade in ländlichen Gebieten sowie in kleineren Küsten- und Inlandsorten, die mitunter wenig mit Kartenterminals ausgestattet sind.
Der Bericht der Banco de España beschreibt die Folgen von Filialschließungen und der Konsolidierung im Bankensektor für die lokale Versorgung. Karten und Indikatoren verweisen auf zahlreiche Gemeinden mit reduziertem Zugang zu Filialen, Geldautomaten oder grundlegenden Bargelddiensten. Das EHUE bestätigt, dass ein großer Teil der Bevölkerung Bargeld weiterhin regelmäßig nutzt und es als verlässliches Zahlungsmittel neben Karten und mobilen Anwendungen betrachtet.
Ursachen und Interessen liegen in zwei gegenläufigen Entwicklungen: der raschen Verbreitung digitaler Zahlungen einerseits und begrenzter Akzeptanz sowie rückläufiger Bargeldinfrastruktur in der Fläche andererseits. Für Bewohner und Reisende in kleineren Orten bleibt Bargeld damit oft die praktikabelste Option. Anbieter wie Nickel sehen darin eine Nachfrage nach dezentralen Anlaufstellen – „Puntos Nickel“ – in lokalen Geschäften, die Ein- und Auszahlungen sowie Basisdienste sichern.
Für Kommunen und Politik entsteht daraus doppelter Handlungsbedarf: den Mindestzugang zu Bargeld in abgelegenen Regionen gewährleisten und ergänzende Angebote – etwa Cashback-Regelungen im Handel oder Kooperationen mit örtlichen Anbietern – ausbauen. Die Banco de España hebt hervor, dass gesicherter Bargeldzugang auch dem Verbraucherschutz und der Betriebsresilienz bei Störungen digitaler Systeme dient. Solange Filial- und Automatendichte in weiten Teilen des ländlichen Raums geringer bleibt, wird Bargeld seine Bedeutung behalten; private Betreiber und öffentliche Stellen dürften Lücken durch lokale Partnerschaften und gezielte Regulierung weiter zu schließen suchen.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).