Die Banco de España hat am 9. Oktober 2026 in Madrid ihre aktualisierten Projektionen vorgelegt. Im Hauptszenario erwartet die Notenbank für 2026 ein reales Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 2,6 Prozent. Zugleich veranschlagt sie für den harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) einen Jahresdurchschnitt von 3,9 Prozent. Für 2027 rechnet die Banco de España mit einem Wachstum von 2,2 Prozent und einer durchschnittlichen Teuerung von 3,7 Prozent. Die Projektionen basieren auf einem Datenstand vom 24. September 2026.
Nach Darstellung der Notenbank spiegeln die neuen Annahmen vor allem gestiegene Energiepreise und höhere Renditen an den Anleihemärkten wider. Gegenüber der Juni-Runde wurden die Inflationspfade nach oben und die Wachstumsannahmen für 2026 leicht angehoben. Die Banco de España betont, dass der Preisauftrieb weiterhin deutlich über dem mittelfristigen Ziel verläuft. Zugleich werden die Einflüsse aus Energie- und Nahrungsmittelkomponenten, die in den Vormonaten stärker zu Buche schlugen, im Verlauf von 2027 teilweise nachlassen, sofern sich die zugrunde liegenden Märkte beruhigen.
Auf der Nachfrageseite rechnet die Notenbank mit einer moderateren Inlandsnachfrage. Der Außenbeitrag dürfte unter schwankenden Importen und einer weiterhin robusten, aber nicht beschleunigten Auslandsnachfrage stehen. Fiskalische Faktoren, einschließlich zuvor beschlossener Entlastungen zur Abmilderung hoher Energiepreise, wirkten kurzfristig stabilisierend; deren schrittweiser Rückzug dämpft die Teuerung im Jahresverlauf 2027, schwächt aber zugleich die Stützungseffekte für das Wachstum.
Die Banco de España unterstreicht die Unsicherheit der Projektionen und stellt Alternativszenarien vor, in denen sich Wachstum und Inflation je nach Energiepreispfad und globalen Finanzierungsbedingungen spürbar unterscheiden. In ungünstigen Varianten könnte die Teuerung vorübergehend höher ausfallen und das Wachstum schwächer. Umgekehrt würden entspanntere Energiepreise und geringere Finanzierungskosten die Inflationsraten schneller senken und die Aktivität stützen.
Die aktualisierte Prognose ordnet Spanien für 2026 in ein Umfeld soliden, aber von Risiken begleiteten Wachstums ein. Ausschlaggebend für die Entwicklung in den kommenden Quartalen bleiben die Energiepreise, die Finanzierungsbedingungen und die Ausrichtung der Fiskalpolitik. Die Banco de España will die Annahmen in den nächsten Quartalen an neue Daten und Marktbewegungen anpassen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).